Anmerkungen in eigener Sache … (15.09.2015)

Durch einen mehrwöchigen Urlaub etwas verspätet, haben wir erst Mitte September 2015 von einem SPIEGEL-Beitrag erfahren, der sich mit der Quecksilber-Vergiftung einer Hamburger Patientin durch Ayurveda-Präparate befasst – diese Patientin befand sich in Asien zu einer Behandlung und nahm die dort verabreichten Präparate gewissenhaft auf …

Zunächst muss erst einmal klargestellt werden, dass jeder Mensch – so auch ein Patient – für sein gesamtes eigenes Leben selber verantwortlich ist, und dazu zählt auch, sich tiefgründiger mit all jenen Dingen zu befassen, die ihn direkt betreffen. Im aktuellen Fall bedeutet das, sich vor einer Ayurveda-Behandlung oder -Kur in Asien über die dortigen Gegebenheiten zu informieren, bevor man sich für einen solchen Therapie-Weg überhaupt entscheidet. Wenn eine gesundheitliche Notlage bestanden hätte, so wäre eine Behandlung außerhalb Deutschlands wegen des Zeitverzugs nicht gerade eine sinnvolle Wahl, und wenn eine solche Notlage nicht bestand, wäre genug Zeit vorhanden gewesen, sich mit hiesigen Ayurveda-Fachleuten über sein Vorhaben tiefgründiger zu unterhalten.

Sicherlich – die Kosten für ayurvedische Behandlungen in Deutschland, Österreich oder der Schweiz bzw. in einem anderen europäischen Land übersteigen spürbar die Kosten für einen mehrwöchigen Aufenthalt in Asien inclusive An- und Abreise – aber die Qualitätsunterschiede sind eben auch enorm. Während dessen die Ayurveda-Heilkunde in Asien von der ehemals britischen Kolonialmacht lange Zeit mit drastischen Mitteln unterdrückt wurde und dennoch überlebt hat, was für eine beeindruckende Vitaliät sowie Tradition spricht, so wurde diese Heilkunde dem Westen nur zögerlich offenbart. Das vermutlich überwiegend kommerzielle Interesse des Westens an Ayurveda-Behandlungen zunächst für den aufgekommenen Wellness-Bereich wird dazu geführt haben, dass man sich in Asien darauf mit „Billigangeboten“ recht zügig eingestellt hat …

Ich darf an dieser Stelle aus eigener Erfahrung als ehemaliger Ayurveda-Dozent einmal erwähnen, dass einige meiner Schüler, die Ayurveda während ihrer Asienreisen kennengelernt hatten, von mir die Zustimmung für eine musikalische „Untermalung“ während ayurvedischen Massagebehandlungen erwarteten, weil es in Asien angeblich so üblich sei. Diese irrige Feststellung zeugt davon, dass von meinen Schülern das Wesen der Ayurveda-Medizin noch nicht verstanden worden ist, weil man an Authentizität glaubte, die in Asien den leichtgläubigen Europäern aus kommerziellen Gründen vorgespielt wurde. Das wird heute, wo das bisherige Gesundheitswesen ganz offensichtlich zu einem einträglichen Wirtschaftszweig mutiert, erst recht nicht anders sein. Nein – Musik hat bei Massagen nichts zu suchen, um den gerade zur Ruhe gebrachten Geist nicht wieder hinten herum aufzuregen, d.h. eine musikalische Berieselung ist zuweilen kontraproduktiv …

Was macht nun die Qualitätsunterschiede wirklich aus ? Zunächst ist die Ausbildung von Ayurveda-Ärzten auch in Indien sehr aufwändig, wenngleich man sich dort leider auch Zertfikate erkaufen kann (Korruption). Hiesige Ayurveda-Ärzte, -Therapeuten, -Masseure und -Berater gehen allerdings durch zertifizierte Bildungseinrichtungen und können in der Regel auch entsprechende Nachweise vorlegen. Die westliche Pharma-Industrie hat mittlerweile einen so großen Einfluss auf nahezu alle Gesundheitssysteme der Welt, dass alternative oder komplementäre Heilweisen nur unter äußerst erschwerten Bedingungen bestehen können, was derenseits wiederum zu recht hohen Qualitätsstandards führt – das immerhin ist die gute Seite daran. Und hiesige Ayurveda-Fachleute verfügen zumeist auch über Kontakte mit medizinischen Ayurveda-Instituten bzw. -Kliniken in Asien, die ihre Heilarbeit auch auf hohem Niveau betreiben. Jedem Interessenten sei daher empfohlen, sich vor einer Asienreise bei hiesigen Ayurveda-Spezialisten zu informieren, wo er seine Therapie ohne Bedenken antreten kann …

Und dann noch ein paar Worte zu dem Sachverhalt, der im o.a. SPIEGEL-Beitrag Anlass für eine „Entrüstung“ bietet: Im Ayurveda ist die Verwendung von Quecksilber, anderen Metallen und Mineralien nicht unüblich, wenngleich diese Stoffe dafür auch besonders aufbereitet sind. So finden z.B. Quecksilber und Gold in der Krebstherapie ihre erfolgreiche Verwendung. Hiesige (westliche) „Wissenschaftler“ sehen lediglich die chemische und oftmals giftige Struktur dieser Stoffe, nicht jedoch deren physikalische Wirksamkeit, und Ayurveda beruht grundsätzlich auf einer physikalischen Betrachtung aller Materie, zu der auch unsere biologischen Körper zählen. Man sollte sich also nicht von käuflichen Journalisten, vorbehaltsreichen Ärzten und eitlen „Wissenschaftlern“ in die Irre führen lassen, die Ayurveda nicht verstehen und regelmäßig sogar zu verunglimpfen versuchen. Die im SPIEGEL-Beitrag dargestellte „Quecksilber-Vergiftung“ ist also auch unter einem ganz anderen Gesichtspunkt betrachtenswert. Im Übrigen sei einmal die Gegenfrage über die Giftigkeit von hier zu Lande eingesetzten Metallen und chemischen Präparaten in der Zahnmedizin (Amalgam), in der Prothetik (Kobalt) oder in der Krebsbehandlung (Zytostatika) erlaubt – vermutlich werden dazu der SPIEGEL und andere Claqeure der Medizintechnik- und Pharma-Industrie erst einmal lange Zeit schweigen.

Abschließend ein paar Worte zu unserer eigenen Arbeit: Wir selber haben uns auf die Begleitung von Klienten spezialisiert, die unter einem Burnout leiden oder sich in Lebenskrisen befinden – alle anderen Fälle übergeben wir qualifizierten Ayurveda-Ärzten, mit denen wir schon seit langem zusammenarbeiten. Wenn überhaupt, gelangen bei uns nur Produkte der SEVA Ayurveda Produkt eG München  (Massage-Öle), der Apotheke MAGISTER DOSKAR Wien (pflanzliche Nahrungsergänzungen) oder weiterer europäischer Lieferanten zum Einsatz, die hier zum obigen Thema selber Stellung bezogen haben. Primär bevorzugen wir jedoch den Einsatz einheimischer Pflanzen, wie sie bereits Hildegard von Bingen und ähnliche allgemein anerkannte Volksheilkundler verwendet haben.

Und hier geht’s noch einmal zum o.g. SPIEGEL-Beitrag vom 29.08.2015 …