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Klassische und alternative Heilungs-Chancen (20.08.2016)

Man mag nicht immer so gerne über sich selber sprechen, aber manchmal ist es doch hilfreich, gewisse Themen mit eigenen Erfahrungen zu belegen. Und somit blicke ich auch auf meine bisher vermeintlichen Fehlschläge in der alternativen bzw. komplementären Heilkunde zurück, die mir recht drastisch die Grenzen meiner persönlichen Veranlagungen sowie meiner erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten aufzeigten – es war außerordentlich niederschmetternd und ernüchtert …

Also – als meine Frau im Frühjahr 2000 an einem sehr seltenen und sehr bösartigen Tumor erkrankte, beschritten wir neben der klassischen (allophatischen) medizinischen Betreuung sofort auch den Weg der „alternativen“ Heilkunde, d.h. wir suchten zunächst nach den physikalischen, chemischen, biologischen und sogar psychischen Ursachen für diese plötzliche Erkrankung. Von Hause aus beide Ingenieure, gingen wir die Angelegenheit also systematisch an und wurden dafür von einigen Medizinern sogar belächelt: „Was wollen diese medizinischen Laien damit denn wohl ausrichten ?“. Davon ließen wir uns jedoch nicht beirren. Meine Frau unterzog sich an der Rostocker Universitätsklinik in drei aufeinander folgenden Jahren mehrerer OP’s, bis sie von der Charité in Berlin-Buch betreut wurde. Man verschrieb ihr ein Medikament in Kapsel-Form, das den Tumor tatsächlich auch zurückdrängte – bis er dann nach ca. 1-1/2 Jahren wiederkam. Es war bekannt, dass der Tumor gegenüber diesem Medikament resistent werden konnte, und man forschte daher nach einem komplexeren und wirkungsvolleren Medikament. Meine Frau wollte sich nun aber nicht mehr zum Versuchskaninchen machen lassen und erklärte, die Heilung jetzt völlig in Gottes Hände geben zu wollen – das schrieb sie auch in ihr Tagebuch …

Auf „alternativem“ oder besser gesagt komplementärem Wege waren wir bei diversen Heilpraktikern (u.a. Dunkelfeld-Mikroskopie, Selen-Kapseln u.a.m.), ließen in unserer Wohnung und am Arbeitsplatz Störfeld-Untersuchungen vornehmen, nahmen an Familienaufstellungen teil, besuchten einen Kinesiologen, mehrere Psychotherapeuten sowie eine Astrologin und ließen auch überprüfen, ob nicht sogar ein bösartiger Fluch wirkte – man weiß ja nie, zumal der Großvater meiner Frau zur Vorkriegszeiten einmal Anthroposoph und Logenmeister war. Meine Frau spritze sich vom Hausarzt verschriebene Mistel-Präparate selber, wir konsumierten gemeinsam Aloe-Vera-Säfte, Sole-Lösungen nach Peter Ferreira, Kombucha-Getränke und Kristallalgen. Wir befassten uns mit der „Anthroposophie“ nach Rudolf Steiner (1861-1925), mit dem „Heilströmen“ nach Bruno Gröning (1906-1959) sowie mit der „Neuen germanischen Medizin“ nach Dr. Ryke Hamer. Wir arbeiteten mit „The Journey“ nach Brandon Bays und kommunizierten mit Engeln nach Ingrid Auer – diese Aufzählung ist sicherlich noch unvollständig. Schließlich erlernten wir beide die „Prana-Heilung nach Choa Kok Sui“ selber, was dann tatsächlich eine spürbare Linderung der mit dem Tumor verbundenen Beschwerden brachte …

Wohlwollende Hinweise aus Bekanntenkreisen, es doch auch einmal mit der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) zu versuchen, hatten wir erst einmal nicht aufgegriffen, denn wir waren mittlerweile völlig überfordert. Und von Ayurveda hatten wir bis zum Tode meiner Frau zu Weihnachten 2005 noch nie etwas gehört – wir (insbesondere ich selber) legten alle Hoffnungen auf die „Prana-Heilung nach Choa Kok Sui„, die uns bisher am weitesten gebracht hatte, nur eben nicht eine wirkliche Heilung bewirkte. Und damit hatte ich dann sehr lange Zeit zu kämpfen, mit der Suche nach dem Warum, nach dem, was wir eventuell übersehen oder nicht gemacht hatten, mit der Akzeptanz gewisser Illusionen, meines doch noch geringen Wissens, meiner eingeschränkten Fähigkeiten und Fertigkeiten, meiner Machtlosigkeit …

Ich bin mir darüber sehr wohl bewusst, dass meine o.a. Offenbarung eine Ernüchterung für all jene potentiellen Klienten darstellt, die eventuell die Hoffnung hegen, noch bei mir „das Ruder herumreißen“ zu können. Tatsächlich kann ich in meiner Praxis auf viele erfolgreiche Beratungen und Behandlungen auf den Gebieten zurückblicken, für die wir hier stehen, nämlich auf Bournouts und Lebenskrisen, auch auf Schmerzbehandlungen und einige andere Dinge mehr, aber vor Krebs-Behandlungen schrecke ich zurück, zumal diese Erkrankung eine ganz eigene Charakteristik aufweist, in die ich mich an dieser Stelle nicht weiter vertiefen möchte, weil es hier um ein ganz anderes Thema geht, nämlich um das Thema „Heilungs-Chancen“ …

Von Hause aus ursprünglich Atheist, aber dennoch für Alles offen (sonst hätte ich den oben beschriebenen Weg ja auch gar nicht beschritten), wurde ich mit der Zeit immer wieder mit dem Begriff „Gott“ konfrontiert.  Zunächst konnte ich diesen Begriff noch geschickt mit meiner  immer wieder geäußerten Absicht umschiffen, nach der Quelle zu suchen, die für den gesamten „Schlamassel“ verantwortlich war, aber genau diese Quelle war eben „Gott“, wie sich mit der Zeit dann herausstellte. Erst nach dem Tode meiner Frau lernte ich Ayurveda kennen und vertiefte mich in diese für mich völlig neue Welt. Ich  absolvierte mehrere Ausbildungen zum Masseur und zum Therapeuten bei deutschen und indischen Ärzten, eröffnete eine kleine Praxis, setzte meine Studien fort und bildete als Dozent eine gewisse Zeit auch diverse Leute in der Ayurveda-Massage aus. Das lief ganz gut und ebbte dann aus unerklärlichen Gründen ab. Ich nutzte die gewonnene Zeit, mich intensiver mit der Philosophie hinter dem Ayurveda zu befassen, d.h. mit den Studien der vedischen Überlieferungen, die die Grundlage für den Hinduismus und teilweise auch Buddhismus liefern. Und siehe da, das Thema „Gott“, der hier viele Namen trägt (in erster Linie „Krishna“, d.h. der „All-Anziehende“) war für mich nun ständig präsent …

Ich habe mich in meinen vorangegangenen Beiträgen bereits oft auf die vedischen Überlieferungen bezogen, insbesondere auf das „Srimad Bhagavatam“ und die „Bhagavad Gita“. Und wenn man sich mit dem Sinn des Lebens im Allgemeinen und mit der Heilkunde im Speziellen tiefgründig befassen will, kommt man an diesen Überlieferungen nicht vorbei. Tatsächlich konnte ich bisher nicht eine einzige andere Philosophie und nicht eine einzige „moderne wissenschaftliche“ Erklärung für alle weltlichen und spirituellen Vorgänge finden, die den vedischen Weisheiten wirklich nahe kommen. Und hier also fand ich dann auch die plausibelste Erklärung dafür, warum eine Heilbehandlung zu einem Erfolg führt oder warum nicht. Doch schauen wir uns nun auszugsweise die entsprechende Texte näher an („Srimad Bhagavatam“, 7.Canto, 9.Kapitel, 19.Vers):

balasya neha saranam pitarau nrsimha
nartasya cagadam udanvati majjato nauh
taptasya tat-pratividhir ya ihanjasetas
tavad vibho tanu-bhrtam tvad-upeksitanam

0 Höchster Herr, Sri Nrsimhadeva, aufgrund ihrer körperlichen Lebens­-
auffassung können verkörperte Seelen, die Du vernachlässigst und für die
Du nicht sorgst, nichts tun, um ihre Lage zu verbessern. All das, was sie als
Heilmittel betrachten, mag zwar eine Zeitlang nutzbringend sein, ist jedoch
mit Sicherheit nicht von Dauer. Ein Vater und eine Mutter beispielsweise
können ihr Kind nicht beschützen, ein Arzt sowie Medizin können einem
leidenden Patienten keine Linderung verschaffen, und ein Boot auf dem
Meer kann einen Ertrinkenden nicht retten.

Es besteht für ALLE Heilkundigen die unabdingbare Notwendigkeit, ihre Patienten bzw. Klienten darüber aufzuklären, dass ein Heilerfolg letztlich immer von einem höheren Willen abhängt, und das müssen auch Atheisten sowie Materialisten akzeptieren, ob sie es nun können bzw. wollen oder nicht. Meine o.a. persönlichen Erfahrungen und die tatsächlich aller anderen Heilkundigen, wenngleich sie kaum darüber derart direkt oder öffentlich sprechen mögen, bestätigen diese Tatsache. Und was kann man dann nun tun ? Ganz einfach – man sollte sich endlich einmal mit dem wirklichen Sinn des menschliches Daseins, das immer nur zeitweilig ist, befassen. Und eine Erkrankung ist in jedem Leben auch nur eine zeitweilige Episode, die ausschließlich die eigene Verkörperung betrifft, nicht aber das in dieser Verkörperung residierende eigentliche Lebewesen, nämlich die Seele selbst …