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Die Stellung der Lebewesen in der göttlichen Schöpfung (26.12.2015)

In unserer heutigen Zeit maßt sich nahezu jeder Mensch ganz bewusst oder zumindest unbewusst an, eine bestimmte Stellung in der Gesellschaft einnehmen zu müssen. Die daraus entstandenen Hierarchien entsprechen aber nicht immer den jeweiligen rationalen Fähigkeiten und Fertigkeiten und noch seltener dem jeweiligen geistigen Bewusstseinsstand. Tatsächlich ist die Wirklichkeit kaum das, was man als offensichtlich zu erkennen glaubt – oftmals trägt ein Bettler ein noch größeres Herz und umfassendere Weisheit in sich als ein gut situierter Lehrstuhlinhaber …

In den vedischen Überlieferungen wird wiederholt klargestellt, dass unser gesamtes Sein das Ergebnis von Schöpfungsprozessen ist, in die wir nach einer ganz bestimmten Ordnung eingebunden sind. Nicht wir Menschen sind die eigentlichen Schöpfer, sondern unter tranzendentalem Einfluss stehende Mitschöpfer, die je nach ihrem individuellen Erkenntnisstand agieren dürfen und dazu auch eine entsprechende Verkörperung annehmen. Es ist das eigene Selbstbildnis (Ego), das uns in den (Irr-) Glauben versetzt, genau die Dinge immer selber in die Hand nehmen zu können, die unser Leben scheinbar erfolgreicher machen, und andere Mitspieler des Universums scheint es dabei nicht zu geben – oder etwa doch ? Was sagt der Schöpfer („Krishna“) selber dazu ?

„Unter den beiden manifestierten Energien (spirituelle Natur und tote Materie] stehen Wesen, die Lebenskraft besitzen (Gemüse, Gras, Bäume und Pflanzen] höher als tote Materie (Steine, Erde usw]. Höher als sich nicht be­wegende Pflanzen sind Würmer und Schlangen, die sich bewegen können. Über den Würmern und Schlangen stehen Tiere, die Intelligenz entwickelt haben. Den Tieren überlegen sind die Menschen, und höherstehend als die Menschen sind Geister, da sie keinen materiellen Körper besitzen. Über den Geistern stehen die Gandharvas, und ihnen überlegen sind die Siddhas. Hö­herstehend als die Siddhas sind die Kinnaras, und höher als die Kinnaras sind die Asuras. Höher als die Asuras sind die Halbgötter, und unter ihnen ist ln­dra, der König des Himmels, der höchste. Über lndra befinden sich die un­mittelbaren Söhne Brahmas wie König Daksa, und unter den Söhnen Brah­mas ist Siva der höchste. Da Siva der Sohn Brahmas ist, gilt Brahma als hö­herstehend, doch Brahma ist Mir, der Höchsten Persönlichkeit Gottes, untergeordnet. Da Ich den brahmanas zugeneigt bin, sind die brahmanas die besten von allen.“ („Srimad Bhagavatam“, 5. Canto, Kapitel 5, Vers 21-22)

Damit muss man sich erst einmal arrangieren können, d.h. den Mut aufbringen, die bisherige trügerische Ich-Vorstellung (Ego) von der „Krone der Schöpfung“ zu zerbrechen. Das ist in einer materialistisch und oftmals auch atheistisch ausgerichteten Gesellschaft ein sehr mühsamer und nicht selten auch einsamer Weg. Wenn man diesen eventuell zu gehen bereit ist, so wäre doch zumindest interessant zu wissen, wie man sich denn „den Schöpfer Selbst“ („Krishna“) vorstellen kann. Dazu gibt es unter anderem folgende Beschreibung:

„… Er ist in Sich Selbst vollkommen und nicht von anderen abhängig. Er wird durch Hö­ren und durch unmittelbare Wahrnehmung erkannt. Er strahlt aus Sich Selbst heraus und erfährt weder Geburt, Alter, Krankheit noch Tod. Er ist der Beherrscher aller Halbgötter, angefangen mit Brahma. Er wird Narayana genannt, und nach der Vernichtung der materiellen Welt ist Er die Zuflucht aller Lebewesen. Er besitzt alle Reichtümer in vollkommenem Maße, und in Ihm ruht alles Materielle. Er ist deshalb als Vasudeva, die Höchste Persön­lichkeit Gottes, bekannt. Durch Seine eigene Kraft ist Er im Herzen aller Le­bewesen gegenwärtig, genau wie sich die Luft oder die Lebenskraft im Kör­per aller sich bewegenden und sich nicht bewegenden Wesen befindet. Auf diese Weise lenkt Er den Körper. Die Höchste Persönlichkeit Gottes geht in Ihrem Teilaspekt in alle Körper ein und lenkt sie.“ („Srimad Bhagavatam“, 5. Canto, Kapitel 11, Vers 13-14)

Mit anderen Worten ist der Schöpfer von allem was ist (Gott bzw. „Krishna“) ein eigenständiges Lebewesen mit einem spirituellen Körper, der eine helle spirituelle Ausstrahlung hat (Seelen-Funken) und einen dunklen materiellen Schatten, in den sich die Seelen geistig verfangen können und dann eine materielle Verkörperung annehmen. Der Schöpfer ist durch seine Alles durchdringende Ausstrahlung im gesamten Universum präsent, so auch als Über-Seele („Paramatma“) in jedem individuellen Lebewesen, die auf dieses Lebewesen transzendental Einfluss nimmt. Diese Einflussnahme kann man wahrnehmen, wenn man sich „einfach von Innen geführt“ empfindet und dabei einmal seinen rationalen Verstand ignoriert …

Man beachte: Der Verstand ist eine Komponente des unsere Körper unstet durchfließenden Geistes, der sich unter anderem von äußeren Sinneswahrnehmungen beeindrucken lässt. Im Ergebnis entsteht ein Bildnis von der Welt um uns herum und von uns selbst (Ego). Da das Äußere der materielle Schatten des Schöpfers in unendlich vielen Zuständen und Formen ist, entspricht es nicht einer beständigen Realität und sollte daher als eine unbeständige Täuschung erkannt werden. Die Beherrschung der Sinne und des Verstandes über solche Praktiken, wie Yoga und Meditation, dient dazu, einen freien Zugang zur inneren (göttlichen) Stimme zu gewinnen und damit zur in uns residierenden Über-Seele („Paramatma“).

Nun stellt sich die Frage, wozu das Wissen um diese Dinge gut sein soll, wenn es hier eigentlich doch nur um AYURVEDA („Wissen vom Leben“) gehen soll ? Nun – was nützt uns Teilwissen, wenn wir unser individuelles Leben und das uns begleitende gesellschaftliche Leben begreifen und „verbessern“ wollen ? Wieviel Einfluss haben wir darauf wirklich und worin überhaupt liegt der eigentlichen Sinn unseres Lebens ? Tatsächlich ist es nicht wirklich damit getan, durch ayurvedische Behandlungen körperliche (Krankheits-) Symtome zu beseitigen, denn eine wirkliche Heilung besteht in der ganz bewussten und wesensgemäßen (Wieder-) Einbindung der eigenen Persönlichkeit ins gesamte kosmische Dasein …

Kurze Erläuterung:

  • Gandharva = ein Gott zugewandtes (spirituell orientiertes) niederes Geistwesen mit magischen Fähigkeiten
  • Siddha = Yogi mit übernatürlichen magischen und spirituellen Fähgkeiten
  • Kinnara = Mischwesen zwischen Mensch und Vogel bzw. Pferd mit besonderen musikalischen Fähigkeiten
  • Asura = ein von Gott abgewandtes (materiell orientiertes) niederes Geistwesen mit dämonischen Ambitionen
  • Indra = Halbgott und Herrscher über alle himmlische Wesen
  • Brahma = erstes (materiell) verkörpertes Lebewesen des Universums überhaupt; Halbgott und Repräsentant des Rajas-Guna (Leidenschaft)
  • Siva (Shiva) = einer der ersten Söhne Brahmas, Halbgott und Repräsentant des Tamas-Guna (Unwissenheit)
  • Visnu (Vishnu) = Gott (Krishna) selbst und Repräsentant des Sattva-Guna (Bewusstheit bzw. Tugend)
  • Brahmane = vedischer Priester
  • Vaisnava = Visnu- bzw. Gott-Geweihter

Wir selbst nehmen uns überall mit hin (15.10.2015)

Diese Aussage mag zunächst etwas verwirren, weil wir uns doch ganz offensichtlich überall hin mitnehmen, aber dabei meinen wir im Allgemeinen unsere Persönlichkeit, wie wir sie mit unseren fünf menschlichen Sinnen wahrnehmen oder wie wir sie in uns selber sehen. An dieser Sichtweise ist schon etwas Wahres dran, aber dabei sollten wir es nicht einfach so belassen …

Im Hinblick auf die aktuelle weltpolitische Situation, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte, gibt es sowohl eine „gute“ als auch eine „schlechte“ Nachricht: Die „gute“ Nachricht besteht darin, dass all jene, die uns mit ihrer Gier zunehmend in existenzielle Schwierigkeiten bringen, nach ihrem physisch-biologischen Tod furchtbare Leiden und damit ihre „gerechte Strafe“ erfahren werden. Die „schlechte“ Nachricht ist die, dass auch wir nicht davor gefeit sind, wenn wir unser eigenes Leben nicht bewusster spirituell ausrichten. Das zu wissen, ist jedoch wieder eine gute Nachricht …

Ähnliche Botschaften verbreiteten bereits seit Urzeiten unsere Großeltern und die Religionen, mit denen wir bisher in Kontakt gelangt sind. Wenn wir einmal unsere sicherlich nicht ganz unberechtigten Kritiken an gewissen religiösen Institutionen und deren Handlungsweisen außer Acht lassen, hat die obige Aussage einen absoluten Wahrheitsgehalt, den wir auch ernst nehmen sollten. Worum es eigentlich geht:

Wir Menschen verfügen über einen sichtbaren grobstofflichen (biologischen) Körper, der in einen unsichtbaren feinstofflichen (Energie-) Körper eingebettet ist. Dieser feinstoffliche Körper beherbergt unter anderem unsere Grundeinstellungen (Mentalitäten) und unsere Erfahrungen (Karma). In den Veden wird der feinstoffliche Körper auch als individuelles Behältnis unserer Intelligenz, unseres Geistes und unseres Egos angesehen. Wir selber – die rein spirituelle Seele – befinden uns mitten in diesem Behältnis, und zwar so lange, so lange es noch nicht erlebte Wünsche und noch nicht endgültig zum Abschluss gebrachte Vorgänge (Karma) gibt …

Die Intelligenz, der Geist und das Ego sind feinstoffliche Energiefelder bzw. -ströme und daher materieller Natur. Sie dienen uns dazu, mit der uns umgebenden Materie zu interagieren, d.h. sowohl mit unserer grobstofflichen biologischen Verkörperung als auch mit all jenen materiellen Erscheinungen, die wir mit unseren fünf Sinnen wahrnehmen und auf die wir zuweilen auch selber mit bestimmten Absichten einwirken. Genau diese Absichten sind einmal tiefgründiger zu hinterfragen, denn jede materielle Interaktion führt zu materiellen Reaktionen (Karma) und materiellen Verstrickungen. Diese wiederum sind nicht nur mit zunehmendem Wohlstand und Glücksgefühlen, sondern auch mit Anstrengungen und sogar Leid verbunden – Materie ist von Natur aus immer dual …

Die materielle (grob- und feinstoffliche) Verkörperung eines jeden Lebewesens (Seele) unterliegt bekanntlich ständigen Wandlungen, die sich unter anderem im Wachstum, in Krankheit, Verfall und Tod zeigen. Sind gewisse Wünsche noch nicht erlebt und ins Laufen gebrachte Vorgänge noch nicht endgültig abgeschlossen worden, so bleiben sie nach dem biologischen Tod des grobstofflichen Körpers weiterhin Bestandteil des feinstofflichen Körpers, der nach einer gewissen Zeit zur Vollendung seiner Vorhaben wieder eine neue grobstoffliche Verkörperung annehmen wird – das entspricht nämlich seinen noch bestehenden Wünschen und offenen Verpflichtungen …

Die Inbesitznahme einer neuen biologischen Verkörperung, soweit sie erforderlich ist, ist von zahlreichen Faktoren abhängig. So wird das Lebewesen (Seele) im Folgeleben eine Verkörperung annehmen, die den noch offenen Vorhaben am besten entspricht. Äußerst materiell orientierte Menschen werden daher noch tiefer in die Materie einsinken und sich noch mehr mit ihrer Dualität abmühen müssen, wohingegen Menschen, die sich immer weniger auf Materie eingelassen haben, ein leichteres Leben haben werden. Die „Krönung“ der menschlichen Entwicklung ist die absolute Aufgabe einer jeglichen materiellen Verkörperung und das sogenannte rein spirituelle „Eingehen in Gottes Reich“. Wie weit dieses Ziel für jeden einzelnen Menschen erstrebenswert ist, hängt von seinem individuellen spirituellen Entwicklungsstand und damit von seiner Beziehung zum Schöpfer (Gott bzw. „Krishna“) ab. Es gibt zahlreiche Philosophien und Religionen, die sich mit dieser Thematik (teilweise auch konträr) auseinandersetzen, doch als Ayurveden beziehen wir uns auf die vedischen Überlieferungen, wie z.B. folgende Texte:

„Das Lebewesen handelt im gegenwär­tigen Leben in einem grobstofflichen Körper. Dieser Körper wird vom feinstofflichen Körper, der sich aus Geist, Intelligenz und Ego zusammensetzt, dazu gezwungen, zu handeln. Nachdem der grobstoffliche Körper verloren ist, ist der feinstoffliche Körper noch vorhanden, um zu genießen oder zu leiden. Deshalb gibt es keinen Wandel.“ („Srimad Bhagavatam“, 4. Canto, Kapitel 29, Vers 60)

„Das Lebewesen verläßt, während es träumt, den eigentlichen lebenden Körper. Mit Hilfe der Tätigkeiten seines Geistes und seiner Intelligenz han­delt es in einem anderen Körper als ein Halbgott oder als ein Hund. Nach­ dem es den grobstofflichen Körper verlassen hat, geht das Lebewesen ent­weder in den Körper eines Tieres oder in den Körper einen Halbgottes ein – auf diesem Planeten oder auf einem anderen. So genießt es die Ergebnisse der Handlungen seines vorhergehenden Lebens.“ („Srimad Bhagavatam“, 4. Canto, Kapitel 29, Vers 61)

Das Lebewesen kämpft hart im Bann der körperlichen Auffassung von: „Ich bin dieses und ich bin jenes. Meine Pflicht ist dies, und deshalb werde ich es tun.“ All dies sind geistige Eindrücke, und alle diese Tätigkeiten sind zeitweilig; nichtsdestoweniger erhält das Lebewesen durch die Gnade der Höchsten Persönlichkeit Gottes Gelegenheit, alle seine Hirngespinste in die Tat umzusetzen. Deshalb erhält es einen weiteren Körper.“ („Srimad Bhagavatam“, 4. Canto, Kapitel 29, Vers 62)

„… Der Geist ist die Ursache dafür, daß das Lebewesen entsprechend seiner Verbindung mit der materiellen Natur eine bestimmte Art von Körper erhält. Am Geisteszustand kann man erkennen, was das Lebewesen in seinem vorgangenen Leben war und welche Art von Körper es in Zukunft haben wird. Deshalb kann man am Geisteszustand die vergangenen und zukünftigen Körper erkennen.“ („Srimad Bhagavatam“, 4. Canto, Kapitel 29, Vers 66)

„Manchmal sehen wir im Traum etwas, was wir in diesem Leben niemals erfahren oder gehört haben, doch alle diese Begebenheiten sind zu ver­schiedenen Zeiten, an verschiedenen Orten und unter verschiedenen Um­ständen erfahren worden.“ („Srimad Bhagavatam“, 4. Canto, Kapitel 29, Vers 67)

„Der Geist des Lebewesens fährt fort, in verschiedenen grobstofflichen Körpern zu existieren, und je nach den Wünschen zur Sinnenbefriedigung, die man hegt, hält der Geist verschiedene Gedanken fest. Im Geist tauchen diese verschiedenen Verbindungen auf; deshalb erscheinen diese Vorstellungen manchmal als Dinge, die wir niemals zuvor gesehen oder gehört ha­ben.“ („Srimad Bhagavatam“, 4. Canto, Kapitel 29, Vers 68)

„Solange der feinstoffliche materielle Körper existiert, der sich aus Intelligenz, Geist, Sinnen, Sinnesobjekten, den Reaktionen der materiellen Eigenschaften, dem Bewußtsein der falschen Identifikation und ihrem relativen Ziel zusammensetzt, existiert auch der grobstoffliche Körper.“ („Srimad Bhagavatam“, 4. Canto, Kapitel 29, Vers 70)

„Durch die Vorgänge des feinstofflichen Körpers entwickelt das Lebewesen grobstoffliche Körper und gibt sie auf. Dies ist als die Seelenwanderung bekannt. Auf diese Weise wird die Seele verschiedenen Arten von soge­nanntem Genuß, Kummer, Furcht, Glück und Unglück unterworfen.“ („Srimad Bhagavatam“, 4. Canto, Kapitel 29, Vers 75)

„Den Seinszustand, an den man sich beim Verlassen des Körpers erinnert, wird man ohne Zweifel erreichen.“ („Bhagavad Gita“, Kapitel 8, Vers 6)

„Menschen, die sich in der Erscheinungsweise der Reinheit befinden, gehen zu den höheren Planeten; diejenigen, die sich in Leidenschaft befinden, bleiben auf den irdischen Planeten, und diejenigen, die sich in der Erscheinungsweise der Unwissenheit befinden, fallen in die höllischen Welten hinab.“ („Bhagavad Gita“, Kapitel 14, Vers 18)

Anmerkung: Eine tiefe materialistische Verstrickung, die sich unter anderem in Neid und Gier und den daraus folgenden Handlungen äußerst, führt unabdingbar in ein elendes nächstes Leben. Menschen, denen die Logik der vedischen Überlieferungen nicht zugänglich ist oder die diese ablehnen, werden „Asuras“ genannt – sie befinden sich ob ihrer Denk- und Handlungsweise in den Erscheinungsweisen („Gunas“) der Unwissenheit sowie Ignoranz („Tamas“) und Leidenschaft („Rajas“) …

Materielle Verstrickung – Spirituelle Entwicklung (06.10.2015)

Dieses Thema wirft uns immer wieder auf uns selber zurück, wenn wir einmal kurzfristig in Schwierigkeiten oder für längere Zeit in tiefere Lebenskrisen geraten. Im Allgemeinen ist uns gar nicht bewusst, dass es zwischen unserem materiell orientierten Denken sowie Tun und unserer spirituellen Entwicklung überhaupt einen Zusammenhang gibt …

Um hier nicht als „spiritueller Oberlehrer“ zu erscheinen, sei gleich vorweg gestellt, das mein persönliches Leben schon seit sehr vielen Jahren von größeren existenziellen Ängsten begleitet wurde, zu deren Bewältigung ich auch zahlreiche „Strategien“ ausprobiert habe – die Ergebnisse waren jedoch immer wieder ernüchternd. War ich dazu nur zu unfähig, habe ich die richtigen Strategien noch nicht gefunden oder gab es sogar „Mächte“, die mir immer wieder dazwischen fummelten … ? Was ich dem interessierten Leser im Folgenden vermitteln möchte, ist der Umstand, dass ausnahmslos alle unsere Lebensthemen mit unserer spirituellen Entwicklung zusammenhängen, ob es nun Existenzängste sind, schwere Erkrankungen, Beziehungsprobleme oder was auch immer:

Eine der ersten Fragen, die wir uns bei großen Schwierigkeiten immer wieder stellen, ist die, warum gerade uns das passiert, was uns gerade da passiert ? Warum widerfährt es nicht auch einmal jenen, die in unseren Augen ein verabscheuungswürdigeres oder ein viel zu gutes Leben führen ? Deren Leben können wir aus der Ferne zwar weiter beobachten und werden bald feststellen, dass auch diese Leute ihre ganz besonderen Baustellen haben und einen ganz besonderen Tribut ans Leben entrichten müssen, wenngleich er anders aussieht als der unsere. Und wenn wir wieder zu uns selber kommen, sollten wir hier nun auch bleiben und tiefer ins Mysterium unseres Daseins schauen, es also intensiver studieren …

Meine eigenen Existenzängste begannen – um bei einem praktischen Beispiel zu bleiben – mit der ganz bewussten und dennoch blauäugigen Gründung einer eigenen Firma vor gut 25 Jahren. Ich wollte mich beruflich ohne das Hineinreden bisheriger Chefs ganz einfach selbst verwirklichen  und wusste noch nicht, dass man als Unternehmer einem Kampf um Aufträge und deren qualitätsgerechte Realisierung ausgesetzt sein würde. ich wusste auch nicht, dass man oftmals um die Bezahlung seines ehrlich verdienten Geldes bangen oder sogar kämpfen musste. Und weiterhin war mir nicht bekannt, wie viele gesellschaftliche Trittbrettfahrer noch in meine Tasche langen würden – diese sind jedem Unternehmer nur zu gut bekannt …

Als dann vor fast 10 Jahren meine Frau an einer seltenen und schweren Krankheit verstarb, fiel das Familieneinkommen drastisch in den Keller und ich musste vorübergehend einen Sozialzuschuss beantragen – eine außerordentlich unangenehme Situation. Als Geistheiler, der ich damals schon war, boten sich für mich die scheinbaren Möglichkeiten, meine Lebenssituation auf mystisch-magischem Wege wieder zu verbessern. Alles in allem hat mich die Ausbildung entsprechender Techniken ca. 800,- bis 1.000,- EUR gekostet und tatsächlich kaum etwas gebracht – die Hoffnung schwand immer mehr und die Zweifel daran, die Dinge des Lebens wirklich selber in der Hand zu haben, nahmen gleichzeitig zu. Vermutlich gab es doch noch außen stehende Kräfte, die mächtiger waren als ich und die meine Geschicke beeinflussten … ?

Mein Leben hielt sich immer auf einem bestimmten Niveau, wie ich später bei genauer Betrachtung feststellen konnte – es gab Auf’s und Ab’s, und im Fazit habe ich all die Jahre mit glücklichen und auch schrecklichen Momenten überlebt. Ein Vertrauen darauf, dass das weiter so gehen würde, konnte ich jedoch nur sehr schwer entwickeln, denn wir sind zu sehr darauf geeicht, die Geschicke selber in die Hand nehmen zu müssen. Doch müssen wir das wirklich oder wird uns das nur eingeredet und von wem und warum ?

Parallel zu diesem praktischen Leben studiere ich bereits seit gut 15 Jahren zahlreiche Schriften über unser eigentliches Dasein und verprobe deren Aussagen mit meinen eigenen Erfahrungen und mit meinen Beobachtungen. Es sind überwiegend fernöstliche Philosophien, was darauf zurückzuführen ist, dass ich meine erkrankte Frau mit fernöstlichen Heilmethoden behandelt hatte und deren Hintergründe auch tiefer verstehen wollte. Außerdem war ich in den westlichen Philosophien während meines Studiums und nachfolgender Qualifikationen schon soweit geschult, dass mich deren Fehlerhaftigkeit und Oberflächlichkeit nicht weitergebracht hatten – die „Veden“ beispielsweise empfinde ich als weitaus tiefgründiger und lebensnäher. Sowohl hieraus als auch aus meiner praktischen Heilarbeit weiß ich, dass wir selber individuelle Seelen mit einer materiellen Verkörperung sind, welche durch einen feinstofflichen Geist in Bewegung gehalten wird …

Nun gut – als verkörperte Seelen stehen wir (scheinbar) zunächst einmal alleine da, wenngleich sich um uns herum zahlreiche andere verkörperte Seelen befinden, mit denen wir auch mal interagieren. Haben wir dabei immer einen Einfluss, unser Leben nach unseren Bedürfnissen oder gar Wünschen zu gestalten ? Wie reagieren wir auf die Bedürfnisse und Wünsche der anderen Seelen ? Und wie verhält es sich, wenn uns allen etwas widerfährt, was wir gar nicht wollen – wer hält hier die Fäden in der Hand und hat die entsprechende Macht ? Genau das beantworten die bereits erwähnten „Veden“. Nachdem ich unter anderem die „Bhagavad Gita“ schon lange zuvor gelesen hatte, griff ich mir im Mai letzten Jahres das recht umfassende „Srimad Bhagavatam“. Diese philosophisch-spirituellen Schriften haben mich recht schnell gefesselt, aber zugleich stellte ich einen einschneidenden wirtschaftlichen Einbruch in meiner Selbständigkeit fest. Erstmalig kam bei mir der Verdacht auf, dass beides miteinander im Zusammenhang stehen könnte …

Erst kürzlich hatte ich in einer Art Meditation („Gespräch mit Gott“) ein merkwürdiges Bild: Ich fühlte mich in einer sehr großen Blase zwischen der hellblauen äußeren Haut und dem gleißend leuchtenden inneren Kern hin- und her geworfen. Die elastische Hülle stellte die Angst dar, die mich in Richtung des Kerns zurück drückte. Alsbald wurde mir der Sinn dieses Bildnisses klar: Die Hülle war die Materie, die in uns Ängste auslöst, wenn wir zu sehr in sie einzudringen versuchen, und der Kern war die spirituelle Quelle von allem, was ist, nämlich Gott („Krishna“). Dieses Erlebnis teilte ich mit einem langjährigen spirituell fortgeschrittenen Freund, der mir von einer sehr ähnlichen Erfahrung berichtete. Dem zufolge lag ich mit meiner Erkenntnis gar nicht so verkehrt …

Kurz danach fand ich im 4. Canto des „Srimad Bhagavatam“ die Bestätigung dafür, dass der Schöpfer (Gott bzw. „Krishna“) auf transzendentalem Wege direkt (in uns) oder indirekt (über Andere) unseren spirituellen Rückweg zu ihm („Heimkehr“) lenkt. Die Schwierigkeiten in der materiellen Welt (z.B. die Angst-Blase) sollen uns unter Berücksichtigung unseres individuellen spirituellen Erkenntnis- bzw. Entwicklungsstandes immer näher zurück zum Schöpfer führen, denn wir selber sind rein spirituelle Wesen und alle unsere sicht- sowie unsichtbaren Verkörperungen und der durch sie wuselnde feinstoffliche Geist sind „nur“ materielle Energien. Während dessen spirituelle Energien ungeboren, unveränderlich und unsterblich sind, ist Materie immer veränderlich und sterblich. Mit anderen Worten sollten wir uns von Dingen, deren Veränderlichkeit immanent ist, nicht beeindrucken lassen und schon gar nicht in sie zu sehr vertiefen oder verstricken …

Wir können also tun was wir wollen, um unsere materielle Existenz scheinbar aufzubessern – eine wirkliche Verbesserung unsere Lebensumstände (Existenzängste, schwere Erkrankungen, Beziehungsprobleme oder was auch immer) werden wir auf materieller Ebene niemals erreichen, sondern nur auf spiritueller, d.h. wenn wir uns von materiellen Anhaftungen schrittweise lösen. Das allerdings ist nicht gerade leicht, wie meine o.a. Erfahrungen zu Beginn des Studiums des „Shrimad Bhagavatam“ zeigten. Wir verfügen im Moment ja noch über einen materiellen Körper, den wir nicht einfach so loswerden und das vielleicht auch nicht so schnell möchten, denn ein wenig sind wir immer noch der auch schönen Materie verhaftet, wie z.B. unserer Familie und unseren Freunden, unserem Heim und der Natur, einer interessanten Arbeit und einem schönen Hobby …

Wie bekommt man nun den Spagat zwischen einer fortschreitenden spirituellen Entwicklung hin, ohne auf sein materielles Dasein groß verzichten zu müssen ? Zum Einen kann man hinterfragen, was von letzterem wirklich notwendig ist, denn es muss ja auch erhalten werden, was wiederum mit Anstrengungen (Leid) verbunden ist. Zum Anderen kann man die Ergebnisse seines Tuns für seine spirituelle Weiterentwicklung nutzen, d.h. einen Teil seines Einkommens für spirituell-philosophische Schriften u.ä. ausgeben. Der eigene spirituelle Fortschritt wird mit der Zeit dazu führen, sich nicht mehr auf unnötige materielle Dinge einzulassen, die man zunächst gerne nutzen oder sogar beherrschen möchte, letztlich aber zum Erkenntnisgewinn führen, dass das ein auswegloses Unterfangen ist und man selber als spirituelle Seele eigentlich nichts mehr damit zu tun haben muss …

Im Rückblick hat mir eine höhere Macht immer wieder geholfen, diesen Weg weiter zu gehen und dabei meinen ganz individuellen Lebensstandard auch beizubehalten, aber die existenzielle Angst wird wohl so lange nicht vergehen, so lange wir noch auf Materie stoßen – der Schöpfer will uns davon einfach fernhalten …

„Das Lebewesen hat von Natur aus die winzige Unabhängigkeit, sein gutes oder schlechtes Schicksal zu wählen, doch wenn es seinen höchsten Meister, die Höchste Persönlichkeit Gottes, vergißt, unterwirft es sich den Erschei­nungsweisen der materiellen Natur. Unter dem Einfluß der Erscheinungs­weisen der materiellen Natur identifiziert es sich mit dem Körper, und im Interesse des Körpers entwickelt es Anhaftung an verschiedene Tätigkeiten. Mal steht es unter dem Einfluß der Erscheinungsweise der Unwissenheit, mal unter dem Einfluß der Erscheinungsweise der Leidenschaft und mal unter dem Einfluß der Erscheinungsweise der Tugend. So bekommt das Lebe­wesen unter dem Einfluß der Erscheinungsweisen der materiellen Natur verschiedenartige Körper.“ („Srimad Bhagavatam“, 4. Canto, Kapitel 29, Vers 26-27)

„Die Lebewesen versuchen, den verschiedenen leidvollen Umständen ent­gegenzuwirken, die durch die Vorsehung, andere Lebewesen oder den Kör­per und den Geist entstehen. Dennoch müssen sie, trotz aller Versuche, den Gesetzen der Natur entgegenzuwirken, durch diese Gesetze bedingt bleiben.“ („Srimad Bhagavatam“, 4. Canto, Kapitel 29, Vers 32)

„Ein Mensch mag auf seinem Kopf eine Last tragen, und wenn sie ihm zu schwer erscheint, erleichtert er manchmal seinen Kopf, indem er die Last auf seine Schulter legt. Auf diese Weise versucht er, sich der Last zu entledigen. Doch ganz gleich, was er tut, um der Last entgegenzuwirken, er tut nicht mehr, als die gleiche Last von einer Stelle auf die andere zu legen.“ („Srimad Bhagavatam“, 4. Canto, Kapitel 29, Vers 33)

„… Niemand kann den Auswirkungen fruchtbringenden Tun’s nur dadurch entgegenwirken, daß er eine andere Tätigkeit erfindet, der es an Krishna-Bewußtsein mangelt. All dieses Tun ist auf unsere Unwissenheit zurückzuführen. Wenn wir einen schrecklichen Traum haben, können wir nicht durch eine andere schreckliche Sinnestäuschung Erleichterung erfahren. Man kann einem Traum nur dadurch entgegenwirken, daß man aufwacht. ln ähnlicher Weise ist unser materielles Dasein auf unsere Unwissenheit und unsere Illusion zu rückzuführen. Solange wir nicht zum Krishna-Bewußtsein erwachen, können wir von solchen Träumen nicht frei werden. Um für alle Probleme eine endgültige Lösung herbeizuführen, müssen wir zum Krishna-Bewußtsein erwachen.“ („Srimad Bhagavatam“, 4. Canto, Kapitel 29, Vers 34)

Anmerkung: Mit „Krishna-Bewusstsein“ ist zunächst höchste spirituell-philosophische Erkenntnis und Weisheit gemeint, die das Wissen über eine höchste schöpferische Intelligenz (Gott bzw. „Krishna“) impliziert

Selbsterfahrungen mit Schutzgöttern (04.10.2015)

Nicht nur aus aktuellem weltpolitischen Anlaß, sondern auch, weil ich schon seit vielen Jahren immer wieder mit subtilen Kräften konfrontiert werde, die mir nicht gut tun, greife ich auf den Schutz und gegebenenfalls die Unterstützung von ausgewählten Schutzgöttern und deren Nachkommen zurück. Für einen spirituellen Laien mit zudem robuster körperlicher Natur mag das, was für mich seit Jahren zur Realität gehört, alles Humbug sein, und ich bin mir absolut sicher, dass gerade diese Leute dann zum Arzt gehen, wenn sie aus unerklärlichen Gründen mit Schmerzen oder Krankheiten konfrontiert werden, die sie sich nicht erklären können – auch die klassischen westlichen Ärzte und Psychologen werden diesen Symptomen nicht gewachsen sein. Also lohnt es sich, mir doch einmal zuzuhören und darüber nachzudenken …

Die meisten Dinge um uns herum wurden erkennbar von Menschenhand geschaffen oder dort platziert, wo wir sie gerade vorfinden. Dass dem ganz bestimmte Ideen und Absichten vorausgingen, d.h. rein geistige Prozesse, kann man sicherlich auch bestätigen. Der geistigen Welt, in der wir uns während der Ideenfindung befinden, schenken wir ansonsten jedoch keine weitere Beachtung. Und dann gibt es noch unsere Träume, an die wir uns oftmals nicht erinnern, zuweilen aber schon – insbesondere, wenn sie uns noch sehr in unseren Tagesverlauf hinein bewegen. Sind das Hirngespinste oder ist das tatsächlich eine andere Realitätsebene, in der wir uns des Nachts bewegen ? Was mich persönlich betrifft, sind die Traumbilder zumeist recht dunkel, nahezu im Schwarz-Weiß- bzw. Grau-Format, und überwiegend mit einer Schwere oder unangenehmen Tendenz versehen – vielleicht ist das bei Ihnen aber auch anders … ?

Um von den angedeuteten geistigen Realitäten unseres menschlichen Daseins gleich einen großen Sprung in das uralte Wissen darüber zu vollziehen, greife ich jetzt einmal die vedischen Überlieferungen auf, denn hier ist auch der Anfang von allem, was ist, beschrieben, sowie alle irdischen und kosmischen Erscheinungsformen, mit denen wir in unserem Leben ständig konfrontiert werden. Für die spirituell fortgeschrittenen Leser noch einmal zur Erinnerung: Wir selber sind individuelle spirituelle Lebewesen (Seelen) im Ebenbild des Schöpfers (Gott bzw. „Krishna“) und haben einen fein- und grobstofflichen Körper, durch den ständig ein belebender und zugleich unruhiger Geist wuselt …

In den vedischen Überlieferungen („Puranas“), zu denen auch das „Mahabharata“, die „Bhagavad Gita“ und das „Srimad Bhagavatam“ zählen, wird unter anderem die Entstehungsgeschichte des Universums mit all seinen Zeitzyklen sowie dessen schrittweise Belebung beschrieben: Das erste materiell verkörperte Lebewesen überhaupt ist „Brahma“, der dann die vier „Kumaras“ erschuf, die das Universum mit Nachkommen bevölkern sollten. Da diese sich dagegen weigerten, wurde „Brahma“ zornig, wobei ihm aus seiner Stirn „Rudra“ erwuchs, auch „Shiva“ genannt. Neben diesen beiden Halbgöttern existierte zuerst jedoch „Vishnu“ (Gott bzw. „Krishna“ in einer besonderen Verkörperung), aus dessen Bauchnabel „Brahma“ geboren wurde …

Während dessen „Brahma“ weiterhin in Leidenschaft (im „Rajas-Guna“) das Universum erschafft, repräsentiert „Shiva“ noch die Unwissenheit (das „Tamas-Guna“) und „Vishnu“ bereits die Bewusstheit und Tugend (das „Sattva-Guna“) – alle drei geistigen Entwicklungsstufen sind in jedem kosmischen Lebewesen präsent, auch in jedem Menschen, jedem Tier und jeder Pflanze, auch in den Planeten, Halbgöttern, Dämonen usw.. Die in uns selber und um uns herum existierenden dämonischen Kräfte (im „Tamas-Rajas-Guna“), die uns immer wieder zu schaffen machen, sollen uns in erster Linie dazu nötigen, uns als eigentlich spirituelle Lebewesen nicht zu sehr auf die uns umgebende Materie einzulassen, sondern in Verbundenheit und völliger Hingabe beim Schöpfer von allem was ist (Gott bzw. „Krishna“) zu bleiben. Jedoch ist die Verlockung, die Materie zu beherrschen, derart stark, dass wir unsere eigentliche Identität vergessen und selber „Gott-gleich“ schöpferisch zu handeln versuchen – das eigentlich nennt man den „Sünden-Fall“ …

Wir alle Menschen sind bei allem spirituellen Erkenntnisstand nicht davor gefeit, immer wieder zwischen der Hingabe an Gott und dem Sündenfall zu pendeln. Was den Sinn und die Art und Weise der Hingabe an Gott betrifft, so gibt es dafür in der überwiegend atheistisch und materialistisch ausgerichteten westlichen Welt kaum Verständnis, und selbst die christlichen Kirchen können das heutzutage kaum noch vermitteln. Die Angst vor dem Verlust des eigenen materialistischen Weltbilds steht im engen Zusammenhang mit der Ablehnung von Philosophien und Religionen, die nicht dem Abendland entspringen, wenngleich der Hinduismus und der Buddhismus ob ihrer scheinbaren Exotik noch ein gewisses Interesse finden …

Doch kommen wir wieder zu den dunklen Kräften, die uns oftmals zu schaffen machen: Diese wirken transzendental auf dafür empfängliche Lebewesen (im „Tamas-Rajas-Guna“), wie z.B. auf Dämonen, auf erdverbundene Verstorbene oder sogar lebende Menschen. Der eigentliche Sinn ihres Daseins wurde bereits erwähnt, wobei auch diese Wesen selbst diesen Sinn zumeist schon vergessen haben, weil sie zu materiell orientiert sind. Es ist daher auch die Vermutung nachvollziehbar, dass gewisse wirtschafts-politische Kräfte unter höheren Einflüssen stehen, wenn sie mit Betrug und Krieg ihre interessen durchzusetzen versuchen – es ist mitnichten eine „Verschwörungstheorie“, sondern eine Erscheinungsweise des gegenwärtigen kosmischen Zeitalters (Kali-Yuga), wie es in den vedischen Überlieferungen bereits vor Jahrtausenden genauestens beschrieben bzw. vorhergesagt wurde …

Wie geht man nun mit diesen Widrigkeiten um ? Zum Einen kann man sich unter den Schutz von starken Kräften stellen, die uns vor gewissen Fremd-Belästigungen oder sogar -Angriffen bewahren. Auf der sichtbaren (irdischen) Ebene gibt es dafür beispielsweise Justiz-Behörden, die Polizei und die Armee, und auf der unsichtbaren Ebene die Schutzengel und Halbgötter. Man darf jedoch nicht vergessen, dass wir selber über einen materiellen Körper verfügen, der mit einer materiellen Umwelt interagiert, und dass Materie immer dual ist, d.h. Glück und Leid impliziert. Die eigentliche nachhaltige Befreiung besteht darin, überhaupt nicht mehr zu verkörpern und als reines spirituelles (Geist-) Wesen in Gottes Reich einzugehen. Keine Angst – wir verlieren dabei unsere Individualität NICHT … !

Soweit wir diesen Sprung noch nicht geschafft haben, hilft uns bei großen Widrigkeiten auch die Anrufung des Schöpfers selbst in seiner Erscheinungsform als Löwengott „Narasimha“. Für die Anrufung gibt es eine Reihe sehr wirkungsvoller Mantras, wie z.B. das „Narasimha Kavacham“. Aus persönlicher Erfahrung und zudem, weil ich ein wenig bequem für die Rezitation langer Texte bin, kann ich das Hören und Chanten des u.a. kurzen Mantras empfehlen, wenn es uns einmal nicht gut geht und wir den Eindruck haben, dass dafür äußere Einflüsse verantwortlich sind. Die ersten Male hat dieses Mantra in mir selber mächtig aufgeräumt – darauf sollte man sich unbedingt einlassen. Im Ergebnis der Anrufung des Löwengottes „Narasimha“ wird unser eigener Geist gereinigt und das berechtigte Gefühl hergestellt, wieder unter dem persönlichen Schutz des all-wissenden, all-liebenden und all-mächtigen Schöpfers (Gott bzw. „Krishna“) zu stehen:

Erkenntnisgewinn über die hermetische Substitution (26.06.2015)

Bei zahlreichen Aufgaben- bzw. Problemstellungen, vor denen wir im täglichen Leben stehen, gehen wir rational vor. Wir haben uns dafür gewisse Denk- und Handlungsabfolgen angeeignet, die zumeist auch zufriedenstellende Ergebnisse nach sich ziehen. Es gibt allerdings auch Situationen, die wir weder durch- noch überschauen können, so dass hierbei unsere allgemeinen geistigen sowie körperlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten völlig überfordert werden. Damit steht die Frage „Was nun … ?“ In der Esoterik ist die Herstellung von Gleichnissen zur Erkenntnisgewinnung ein gängiges Arbeitsmittel …

So spricht man u.a. auch von den untereinander bestehenden Ähnlichkeiten zwischen Mikrokosmos und Makrokosmos. Diese Betrachtungsweise geht nicht nur auf die philosophischen Abhandlungen des Hermes Trismegistos („Hermetische Gesetze“) zurück, sondern findet sich bereits in weitaus älteren Überlieferungen wieder, wie z.B. in den Veden, deren Bestandteil auch Ayurveda (Sanskrit: „Wissen vom Leben“) ist. Unklare Lebenssituationen kann man gegebenenfalls also auch dadurch erhellen, indem man den zu betrachtenden makrokosmischen Prozess auf den Mikrokosmos heruntertransformiert oder anders herum. In der Mathematik verwendet man beispielsweise die „Substitutionsmethode“, um zwischenzeitliche Teillösungen bei komplexen bzw. schwierigen Aufgaben zu erzielen – nachdem diese Teillösung vorliegt, wird das Ergebnis dann wieder auf die eigentliche Aufgabenstellung rücksubstituiert. Ich möchte Ihnen hiermit einmal aufzeigen, wie Sie sich in nebulösen Lebenssituationen mit Hilfe der „hermetischen Substitution“ mehr Klarheit verschaffen können:

Die „hermetische Substitution“ ist ein von mir zum besseren Verständnis gewählter Begriff – Sie können die Methode aber gerne auch anders bezeichnen. Also – in unserem gesamten verkörperten Leben sind wir stets an den Raum und an die Zeit gebunden, wobei sich der Raum in verschiedenen Zuständen und Formen zeigt, die sich ständig mehr oder weniger schnell verändern – das ist eine grundlegende Eigenschaft der Materie, die uns sicht- und messbar umgibt und aus der auch unsere eigenen Körper bestehen. Wir selber hingegen sind rein spirituelle Wesen (Seelen), die überhaupt keinem Wandel unterliegen, auch keiner Geburt und keinem Tod im einschlägigen Sinne. Ich nehme einmal an, dass Sie sich mit dem Wesen von „Bewusstsein“ und „Materie“ schon etwas näher befasst haben – das ist aber keine Voraussetzung für unsere „hermetische Substitution“ …

Nun – aus fernöstlicher Sicht besteht die Materie aus den 5 Elementen „Raum“, „Luft“, Feuer“, Wasser“ und „Erde“, und wir alle wissen, dass Luft sehr beweglich sowie auch schnell sein kann, Erde hingegen sehr träge oder sogar unbeweglich. Daraus folgt, dass gewisse Prozesse, die uns umgeben, auch unterschiedlich schnell oder langsam sowie weitläufig oder lokal ablaufen. Darauf aufbauend können wir nun die „nebulösen“ Situationen in die Ebene transformieren (substituieren), die wir mit unseren Sinnen und unserem Verstand besser zu greifen in der Lage sind: Geht es um innere körperliche Prozesse (z.B. Krankheiten), so transformieren wir die Angelegenheit von unserem (verkörperten) Mikrokosmos einmal in den (gesellschaftlichen oder universellen) Makrokosmos, und geht es um unsere Stellung in der Gesellschaft oder entsprechende Beziehungen (Makrokosmos), so schauen wir einmal, wie ähnliche Prozesse oder Situationen in unserem eigenen Organismus (Mikrokosmos) ablaufen. Ich möchte Ihnen das nun an folgenden zwei Beispielen demonstrieren:

Stellen wir uns im ersten Beispiel eine gesellschaftliche Situation vor, mit der Sie selber und auch viele andere Menschen nicht einverstanden sind, aber es gibt auch eine Vielzahl von Leuten, die das ganz anders sehen. Sie selber würden zur Änderung der Situation auf die Strasse gehen, eventuell sogar in den Krieg ziehen, und recht heftige Auseinandersetzungen wären die Folge. Wie die menschliche Geschichte jedoch zeigt, ist das Ergebnis zumeist wenig zufriedenstellend, oftmals anders ausgefallen, als ursprünglich beabsichtigt, und letztlich enttäuschend. Bevor Sie also all Ihren Mut für die Demo oder den Krieg zusammennehmen, sollten Sie einmal überprüfen, wie ähnliche Prozesse in Ihrem eigenen Körper geregelt werden: Als was für eine Körperzelle würden Sie sich selber sehen, in welchem Gewebe, Organ und Körperteil finden Sie sich zu Hause ? Welche Veranlagungen, Neigungen, besonderen Fähigkeiten und Fertigkeiten haben Sie – sind Sie vielleicht ein „Transporteur“ (Atem-, Blut- oder Lymphsystem), ein „Nachrichtenübermittler“ (Nervensystem), ein „Umwandler“ (Stoffwechselsystem) oder ein „Intellektueller“ (Gehirn) … ?

Seien Sie in dieser Beziehung absolut ehrlich zu sich selbst und schauen Sie, was sie wirklich gut können und gerne machen ! Wenn Sie wirklich gerne Arbeiter oder Handwerker sind, so fehlen Ihnen die Ambitionen und Fähigkeiten, als Bauer, Kaufmann, Arzt oder Staatsbeamter tätig zu sein – dafür sind Sie in diesem Leben nahezu nicht gemacht ! Als Arbeiter oder Handwerker (Sudra) zählen Sie zu den Beinen der Gesellschaft, sind dafür sozusagen ein ganz wichtiges Fundament. Als Bauer oder Kaufmann (Vaisya) haben Sie dafür zu sorgen, dass alle Menschen fair mit den Produkten zum Leben versorgt werden – Sie befinden sich in der Körpermitte der Gesellschaft. Als Staatsbeamter (Ksatriya) sind Sie für die Organisation und den Schutz aller Mitglieder der Gesellschaft verantwortlich – Sie stellen die Arme des gesellschaftlichen Körpers dar. Und als (spirituell) Intellektueller (Brahmane) haben Sie dafür zu sorgen, dass alle Menschen zu wirklich mehr Lebensweisheit (Erkenntnis des eigentlichen Lebenssinns) gelangen – Sie sind das Gehirn der Gesellschaft, dass von den anderen Teilen der Gesellschaft versorgt und geschützt werden sollte. So – und nun schauen Sie, welchen Beitrag Sie selber leisten und ob Sie wirklich die Fähigkeiten und die Autorität haben, am bestehenden gesellschaftlichen System mehr oder weniger „sachkundig“ mitzurütteln …

So schmerzhaft diese Feststellung auch sein mag: Seien Sie sich bitte darüber im Klaren, dass eine (scheinbare) Demokratie eine Mitsprache oder Mitbeteiligung leider auch dann zulässt, wenn ein wirkliches Verständnis vom Sinn des Lebens und den ihnen innewohnenden Prozessen fehlt. In einer Demokratie lassen sich persönliche Interessen und Befindlichkeiten leichter über gesamtgesellschaftliche Erfordermnisse oder Ziele stellen, wenn man irgendwie in dafür geeignete Schlüsselpositionen gelangt. Aber es ist ausschließlich Sache der über sehr viele (Vor-) Leben umfassend ausgebildeten spirituell-intellektuellen Schicht (Brahmanen), die gesamte Gesellschaft über den wirklichen Sinn des Lebens aufzuklären – es ist sozusagen ihr Bildungsauftrag. Im gegenwärtigen Kali-Yuga jedoch haben Atheismus und Materialismus die Spiritualität abgesondert (Säkularisierung) und nahezu völlig verdrängt. Damit konnte die Wirtschaft über das Menschein gestellt werden, was uns letztlich mehr ins Leid als in die Befreiung führt. Die unsere gegenwärtige Gesellschaft verwaltende Schicht, die sich selber zuweilen als „Illuminaten“ („Erleuchtete“) sieht, zählt jedenfalls nicht zu den wirklichen Brahmanen, diese sind heutzutage leider „Mangelware“ …

Sehen wir uns nun in einem zweiten Beispiel eine schwere Erkrankung in Ihrem Körper an, eine Autoimmunerkrankung: Diese steht dafür, dass sich Ihr Körper aus noch unbekannten Gründen selber ablehnt. Worin können nun die Ursachen liegen ? Wir transformieren (substituieren) nun die betroffenen Körperzellen, Gewebe, Organe oder Körperteile in eine höhere Gesellschaft (Makrokosmos), betrachten uns jetzt selbst als eine solche betroffene Zelle und schauen dann, welche Beziehungen wir als „gesellschaftliche Zelle“ zu unserem Umfeld haben – zu unseren Partnern, Eltern und Kindern, zu unseren Kollegen, Mitarbeitern oder Vorgesetzten, zur gesamten Gesellschaft, zur Natur oder zum Kosmos – wo wären wir in diesem höheren Organismus (Makrokosmos) angesiedelt und wo stimmt es nicht, wenn wir uns die jeweilige Beziehung näher anschauen ? Wir sollten uns auch anschauen, welche Sichtweise wir generell auf all diese Dinge haben – sind wir dabei melancholisch oder neigen zu Depressionen, sind wir ungeduldig bzw. geht uns alles nicht schnell genug, was hassen und was lieben wir und warum … ?

Es ist grundsätzlich nicht leicht, seine Denk- und Verhaltensmuster schnell einmal zu ändern – zu tief sitzen diese in unserer eigenen Matrix, schon seit unserer Kindheit und teilweise sogar aus unseren Vorleben. Oftmals hilft allerdings ein Rollenwechsel, die Position des einzelnen oder kollektiven Gegenübers (Einzelpersonen oder Personengruppen) einzunehmen und die eigentliche Nichtigkeit der Auseinandersetzung, die zu einer Selbstablehnung (bis hin zur Autoimmunkrankheit) führte, zu erkennen. Das Hauptproblem besteht immer darin, dass wir (die Seelen) uns bereits lange Zeit mit unserer (materiellen) Verkörperung und nicht mit unserem spirituellen Kern (Seele) identifiziert haben, d.h. dass wir uns von äußeren Erscheinungen, Erwartungen bzw. Forderungen haben beeindrucken und in die Irre führen lassen. So versuchten wir dann fälschlicher Weise, unsere eigene äußere Erscheinung (Verkörperung, Denk- und Handlungsweisen) mehr oder weniger unbewusst an diese äußeren „Bedingungen“ anzupassen, die wir selber selten geschaffen und auch nicht zu vertreten haben. Wir müssen erkennen, dass wir mit all unseren Veranlagungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten einzigartig sind, und sollten auch dazu stehen, so dass eine körperliche Selbstablehnung überflüssig wird. Diese Einzigartigkeit spiegelt sich u.a. in unserer körperlichen Erscheinung, in unseren Neigungen und in unserem Beruf wider …

In allen Weisheitslehren wird immer wieder empfohlen, sich dem höheren Kontext hinzugeben, womit eigentlich das höchste Lebewesen aller Lebewesen und zugleich der Schöpfer von allem, was existiert, gemeint ist, nämlich Gott („Vishnu“ bzw. „Krshna“). Wir Menschen sind alle winzige Bestandteile seines unendlich großen Körpers, und wir sind in seinem Ebenbild erschaffen. Das bedeutet nicht, dass wir über alle seine Fähigkeiten und Fertigkeiten uneingeschränkt verfügen, sondern nur teilweise, aber das bedeutet schon, dass wir wie Körperzellen in seinen großen Organismus sinnvoll eingebunden sind. Eine Leberzelle hat im Herzen nichts zu suchen und würde dort weder funktionieren noch überhaupt überleben. Ihre Einzigartigkeit macht das aus, wofür eine Leberzelle bestimmt ist. Diese Einzigartigkeiten weisen wir Menschen alle auf, und wir sollten uns in bestimmten Lebenssituationen nicht von unwissenden Mitmenschen oder durch unsere eigene Unwissenheit ins Boxhorn jagen lassen, was zur Selbstablehnung und dann zu einer Autoimmunerkrankung führt …

Im Übrigen: Das am ersten Beispiel erläuterte Kastensystem stellt keine Diskriminierung der einzelnen gesellschaftlichen Schichten dar – es spiegelt lediglich die jeweilige spirituelle Erkenntnisebene wider, in der man sich gegenwärtig befindet. Ausnahmlos jeder Mensch ist gemäß seinen Veranlagungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten an seinem ganz besonderen Platz wichtig ! Wird man in eine dieser Ebenen hineingeboren, ist es weder ein Geburtsrecht noch eine Geburtspflicht, in dieser Ebene zu verbleiben, wenn die persönliche (spirituelle) Weiterentwicklung einen Sprung in eine andere Ebene erfordert. Das Kastensystem hat ursprünglich mit individuellem Vermögen und z.V. stehender Macht gar nichts zu tun und ist erst durch den zunehmenden Materialismus entstellt und missbraucht worden …

Soweit zur „hermetischen Substitution“ als Hilfsmittel für die Erkenntnisgewinnung bei bestimmten Lebenssituationen. Auch hier gilt: „Übung macht den Meister“. Ansonsten können Sie uns auch gerne zu einer Konsultation bzw. Beratung aufsuchen – viel Erfolg …

Betrug, Lügen & Intrigen – Was die Veden dazu sagen (15.06.2015)

Im Ayurveda wird der Mensch immer ganzheitlich betrachtet, und dazu gehören auch seine Psyche, die unter dem Einfluss gewisser Lebensumstände steht. Nicht alle Lebensumstände kann man wirklich selber kontrollieren, wie uns einige Lebensberater oftmals weismachen wollen, so dass wir den Eindruck gewinnen, auch für alles selber verantwortlich zu sein – aus eigener Erfahrung wissen wir aber, dass es nicht immer so ist …

Ich möchte hier keine Lanze für jene Leute brechen, die sich ihren eigenen Lebensumständen nicht stellen wollen, dieses aber immer von Anderen erwarten – ein leider in unserer heutigen Gesellschaft weit verbreitetes Verhalten. Da ich mich viele Jahre lang intensiv mit den Themen „Entscheidungsfreiheit“, „eigene Göttlichkeit“, „Schicksal“ usw. befasst habe und auch viel Geld für Lehrgänge und Selbststudien ausgab, um die eigenen Lebensumstände mit sogar magisch-mystischen Methoden unter meine Kontrolle zu bringen, weiß ich, wovon ich hier spreche:

Es ist schlichtweg unwahr und entspricht auch nicht jahrtausende alten Erfahrungen aller Weltkulturen, dass der Mensch die völlige Kontrolle über sein eigenes Leben hat. Jene, die uns das immer Glauben machen wollen, haben ihre „Weisheiten“ aus gerade einmal glücklichen Zeiten abgeleitet, verallgemeinert und in die bedürftige Welt getragen, wo sich dann diese „Weisheiten“ in Windeseile verbreiteten und verselbstständigten – die „Eso-Szene“ läßt grüßen. Mit wirklichem Wissen hat das jedoch nichts zu tun – es ist Scharlatanerie …

Bereits an anderer Stelle hatte ich einmal öffentlich den Verdacht geäußert, dass ich den Eindruck habe, ich werde in meinen eigenen Lebensumständen erheblich negativ beeinflusst, seit dem ich mich mit den vedischen Überlieferungen intensiver befasse. Das habe ich tatsächlich so empfunden und können Außenstehende kaum nachvollziehen, zumal nicht erkennbar war, wer denn da an der Schraube dreht. Ich hatte mit nur sehr wenigen Leuten darüber sprechen können, die diese „Phänomene“ auch kannten und ebenfalls tiefgründiger untersuchten. Für unsere voneinander unabhängig gezogenen gleichartigen Schlussfolgerungen hätte uns die Öffentlichkeit einen Vogel gezeigt, schlimmstenfalls sogar entmündigt und in eine psychologische Anstalt eingewiesen. Tatsächlich aber haben solche Erfahrungen einen ganz realen Hintergrund, wie ich bei meinen Studien in den Veden jetzt herausfand:

Die menschliche Psyche weist sowohl sonnige als auch schattige Seiten auf, und zu letzteren gehören Mentalitäten, Denk- und Verhaltensweisen, die sich auf die Hauptnenner „Angst“ und „Neid“ zurückführen lassen. Das sind Formen von Leid, dem ausnahmslos jedes Lebewesen unterworfen ist und niemals entrinnen kann. In den Veden wird das Leid klassifiziert in jenes, das jedes verkörperte Lebewesen unmittelbar betrifft und mit seiner Geburt, mit Erkrankungen, seinem Verfall und Tod zusammenhängt. Dann gibt es noch das Leid, das das Lebewesen durch äußere Ursachen und ohne eigenes Verschulden erleiden muss, wie z.B. bei Naturkatastrophen. Auch gibt es das Leid, das uns von anderen Lebewesen zugefügt wird, ohne dass wir mit ihnen jemals in Beziehung standen, wie z.B. bei Diebstahl, Raub oder Intrigen. Nicht zuletzt gibt es das Leid, das wir uns durch unser eigenes Denken und Handeln auch selber zugefügt haben – und das zählt man dann zum „Karma“. Karma steht für Kausalität und muss daher nicht ausschließlich als negativ eingestuft werden, denn „gute“ Taten ziehen auch „gute“ Folgen nach sich …

Kommen wir nun wieder auf das Leid zurück, das uns von Fremden ohne wirklich eigenes Verschulden auferlegt wurde, so stellt sich die Frage, warum das so ist und wie wir damit umgehen sollten. Zu einem solchen Leid zählen beispielsweise die bereits o.a. Verhaltensformen von Betrug, Missgunst, Gier, Neid, Intrigen usw.. In den Veden werden diese Verhaltensformen der „Unwissenheit“ („Tamas“-Guna) zugeordnet, weil sich das dafür verantwortliche Lebewesen intensiv mit seinen materiellen Lebensumständen identifiziert, d.h. es identifiziert sich mit seinem eigenen Körper und all jenen Dingen, die dem Erhalt dieses Körpers betreffen – es hat nicht erkannt, dass es selber eine unsterbliche Seele ist und für seine eigenen Lebenserfahrungen „nur“ über einen eigenen Geist und Körper verfügt …

Diese fälschliche Identifikation entspräche beispielsweise einer solchen Auffassung, wie „wir sind die Jacke, die wir anhaben“, „wir sind das Auto, das wir fahren“ oder „wir sind das Haus, das wir bewohnen“ – ist das nicht abartig ? Man schaue sich in diesem Zusamenhang einmal die heutige Werbung an: „Wir sind AUDI“ oder „Wir sind PIZZA“ – dazu fällt einem wirklich nichts mehr ein … !

Im „Srimad Bhagavatam“ (4. Canto, 1.Teil, 19. Kapitel) wird beschrieben, wie ein bedeutsamer und sehr spirtueller König, dessen gesamtes Volk in Frieden und Wohlstand lebt, von einer Dankes- und Opferzeremonie abgehalten wird, die dem höchsten Schöpfer (Gott bzw. „Vishnu“ bzw. „Krishna“) gewidmet ist. Hier gibt es einen Halbgott „Indra“, der bereits selber 100 dieser Zeremonien zu Vishnus Ehren abgehalten hat, dem besagten König namens „Prthu“ eine gleichartige 100. Zeremonie jedoch neidet und mit allen Mitteln zu verhindern versucht. Auf seine betrügerischen Machenschaften soll hier nicht näher eingegangen werden, er wird dabei „erwischt“ und soll dafür auch bestraft werden. Und nun greift der Halbgott „Brahma“ ins Geschehen ein und bittet König „Prthu“, von einer Bestrafung „Indra’s“ abzusehen …

Die Halbgötter sind die obersten Ausführungsorgane des höchsten Schöpfers (Gott) und verkörperte Lebewesen, so wie wir Menschen auch. Auch wenn sie über gewisse höchste Befugnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten verfügen, so sind sie in ihren Charakteren und Verhaltensweisen den Menschen völlig ähnlich, d.h. ihnen wohnen u.a. auch Missgunst und Neid inne. Der Halbgott „Indra“ zeigt als Weltenherrscher für die Wasserversorgung besonders verantwortlich und ist etwa mit „Zeus“ vergleichbar. Mit besonderen Befugnissen ausgestattet, neidet er jedoch König „Prthu“, ebenfalls auf 100 Dankes- und Opferzeremonien verweisen zu können, denn dann könnte man ihm ja seine von Gott („Vishnu“ bzw. „Krishna“) gegebene kosmische Position streitig machen – so glaubt er. König „Prthu“ allerdings ist eine Teilinkarnation von „Vishnu“ bzw. „Krishna“ (Gott) und hat es damit eigentlich nicht nötig, sich mit solchen Zeremonien selber zu ehren – er tut das lediglich zu Gunsten seines gesamten Volkes, aller Weisen und Halbgötter, insbesondere um ihnen ein Beispiel für ein spirituell ausgerichtetes vedisches Leben zu geben …

All das ruft der Halbgott „Brahma“ in Erinnerung, als er „Prthu“ bittet, „Indra“ für seine Untaten nicht zu bestrafen. Was wird uns mit dieser Überlieferung vermittelt ? Zum Einen, dass solche „negativen“ Eigenschaften, wie Neid und Betrug, ausschließlich jedem verkörperten Lebewesen innewohnen, das in seiner eigenen spirituellen bzw. Persönlichkeitsentwicklung noch wenig fortgeschritten ist („Tamas-“ und „Rajas“-Guna), zum Zweiten, dass uns unverschuldet Leid auch von fremden und uns bisher unbekannten Lebewesen auferlegt werden kann, und zum Dritten, dass es sinnvoller ist, sich der eigenen spirituellen und Persönlichkeitsentwicklung zu widmen, als sich in materialistisch orientierte karmische Spiele Fremder hineinziehen zu lassen. Und da ausnahmslos alle Lebewesen den höchsten göttlichen Absichten unterliegen, die transzendental untersetzt werden, liegt der Schluss nahe, dass der Schöpfer selber über einige seiner Geschöpfe gewisse „dunkle“ Erfahrungen sammeln will – diese Thematik wird in den Veden an anderer Stelle tiefgründiger behandelt.

Die Empfehlungen der Veden lauten, die beschriebenen Widrigkeiten des Lebens auch einmal zu ertragen, ohne dagegen mit karmischen Folgen zu kämpfen, und sie für eigene Studien des Lebens zu nutzen – „Ayurveda“ heißt „Wissen vom Leben“. In diesem Sinne werde ich mich in meinen o.g. Wahrnehmungen wohl auch kaum darin getäuscht haben, dass es Wesenheiten gibt, die mir meine eigene spirituelle und Persönlichkeitsentwicklung neiden – doch was soll’s …

Lebensbedingungen, Lebensweise und Lebenserwartung (20.05.2015)

Bereits in meinem Beitrag „Vedische Zeiteinheiten auf den unteren Planetensystemen“ (01.01.2015) hatte ich unter anderem erwähnt, wie hoch die durchschnittliche Lebenserwartung eines Menschen auf der Erde und eines Halbgottes auf den höheren Planetensystemen nach den vedischen Überlieferungen ist. Anlass, mich mit diesem Thema noch einmal ganz persönlich zu befassen, war meine latente Ungeduld, mit der ich immer noch umzugehen lerne und was mir auch immer noch außerordentlich schwer fällt …

Bei allem (ayur-) vedischen „Wissen“, das ich mir über die Jahre über tiefgründige Studien, Beobachtungen und auch erlebte Erfahrungen angeeignet habe, sind mir die Energien, die mir von Geburt an inne wohnen, sehr gut bekannt, aber der bewusste Umgang mit ihnen fällt mir nicht immer leicht: Ich verfüge über einen großen Pitta-Anteil, auf Grund meiner Arbeit auch über eine hohe Sensibilität (Vata) sowie über eine große Neugier – man kann auch sagen, dass mein Schmiedefeuer ständig nach Nahrung (Holz und Kohle) sowie nach Dingen schreit, die es umzuwandeln (zu schmieden) gilt. Tatsächlich jedoch werde ich das Gefühl nicht los, diesbezüglich ständig unterversorgt zu sein, und ich kann daran einfach nichts mehr ändern …

Aus (ayur-) vedischer Sicht befinde ich mich mit meinem Pitta kräftig im Rajas (Leidenschaft), obgleich ich mich in vielen Dingen schon im Sattva (Bewusstheit) sehe – jedoch: „Der Geist ist stark und das Fleisch ist schwach“ – in diesem Sinne etwa. Ich frage mich also, was ich noch alles tun kann, um mein Feuer mit Sicherheit hinreichend zu versorgen ? Als Geschäftsmann, der ich bereits seit 1990 bin, habe ich nun schon alles getan, was ein sterblicher Mensch tun kann, aber das Ergebnis bleibt mager. Die Gedanken kreisen, das Studium vedischer Überlieferungen, das mich die Zusammenhänge besser erkennen lassen soll, verwirrt zuweilen mehr als dass es mir zufriedenstellende Antworten gibt …

Soweit zur Vorgeschichte. Und bei alledem geht mir die Stellung des Menschen und aller anderen Lebewesen im Universum nicht aus dem Sinn – die wirkliche Beziehung zum Schöpfer (Gott bzw. „Krishna“) sowie die Hierarchien und Abhängigkeiten zwischen allen Lebewesen, die im Universum (und auf der Erde) existieren. In den Veden ist u.a. beschrieben, dass die Halbgötter für bestimmte Geschicke hauptverantwortlich sind und dass sie über eine vergleichsweise hohe Lebenserwartung verfügen – aber auch sie sind sterblich. Und nun stelle man sich einmal vor, dass die Lebenszeiten der Lebewesen auf den höheren und niederen Planetensystemen gerafft oder gedehnt werden:

Eine Ameisen-Arbeiterin beispielsweise kann 3 Erden-Jahre alt werden, ihre Königin etwa 9 Jahre (Aphaenogaster rudis), ein afrikanischer Elefant (Loxodonta africana) etwa 70 Jahre und ein asiatischer Elefant (Elephas maximus) ca. 50-60 Jahre, ein Mensch kann derzeit in Abhängigkeit von den Lebensbedingungen und der Lebensweise zwischen 80 und 120 Jahre alt werden – die Veden sprechen von durchschnittlich 100 Erden-Jahren. Die Halbgötter, namentlich z.B. Brahma, werden 100 kosmische Jahre alt, wobei ein ganzer kosmischer Tag einem ganzen Erden-Jahr entspricht. Jetzt werden zwei Aspekte interessant:

1. Kann man die Lebenszeiten der unterschiedlichen Lebewesen miteinander in Beziehung setzen, insbesondere dann, wenn diese Lebewesen voneinander hierarchisch abhängig sind ?
2. Wie sieht es eigentlich mit unserer Lebenswartung in Abhängigkeit von unseren Lebensbedingungen und unserer Lebensweise aus ?

Zur 2. Fragestellung gibt es hinreichende Studien, die u.a. hier veröffentlicht sind. Hier fällt sofort auf, dass die Länder mit der höchsten Wirtschaftskraft (z.B. Deutschland) eine geringere Lebenserwartung aufweisen als die Länder, in denen man noch zu leben weiß (Lebensart, Lebensweise), wenngleich in unseren (deutschen) Augen das Lebensniveau (Lebensbedingungen) vergleichsweise etwas geringer erscheint (z.B. Norwegen, Schweden, Frankreich, Spanien und Italien). Dieses Thema soll hier nicht weiter kommentiert werden …

Die 1. Fragestellung sollte mir zur Erkenntnis dienen, ob meine eigene Ungeduld eventuell ein Produkt einer Sinnes- bzw. Verstandes-Täuschung ist. Wenn beispielsweise eine Ameise 3 Erden-Jahre lang lebt, wird sie im Vergleich zum Menschen 100/3 x schneller handeln müssen, um das Gleiche zu schaffen wie wir Menschen. Aus ihrer Sicht leben wir also auch 100/3 x länger als sie selbst. Wenn wir uns mit unseren Entscheidungen oder Handlungen 2-3 Tage lang Zeit lassen, so empfindet eine Ameise das vergleichsweise 100/3 x (2-3) Ameisen-Tage lang als unakzeptable Pause, d.h. ca. 67-100 Ameisen-Tage. Und wenn sich nun aus irgend welchen Gründen ein Wesen der höheren Welten, das uns Menschen z.V. steht, etwas Zeit (seiner Zeitrechnung) nehmen muss, so empfindet dieses Wesen das kaum als tragisch, wir Menschen hingegen schon …

Mir sind diese Relationen erstmals bei der Versorgung unserer Hunde aufgefallen, die ungeduldig zur etwa gleichen Zeit ihr Futter und ihren Auslauf erwarten. Eine Bulldogge wird z.B. 8-9 Erden-Jahre alt (Relation zum Menschen 100/8,5) und ein Boston Terrier etwa 13-16 Jahre (Relation 100/14,5) – Was die Hunde also betrifft, so entsprechen eine 1/4 Stunde Zeitverzug bei der Fütterung oder beim „Gassi-Gehen“ im Hundeleben schon einer Verzögerung von 2,9 bis 1,7 Hunde-Stunden. Und nun kann ich mir selber die Frage beantworten, was meine eigene Ungeduld im kosmischen Maßstab wirklich wert ist, insbesondere im Hinblick auf die Unsterblichkeit eines jeden Lebewesens (Seele) und die Zeitweiligkeit ihrer (biologischen) Verkörperung – an dieser Fragestellung lasse ich Sie jetzt gerne teilhaben …

Shivas Jünger – Nachbetrachtungen (01.05.2015)

Im allgemeinen westlichen Verständnis kennt man AYURVEDA als altindische Gesundheits- sowie Heilkunde und mehr noch als eine Wellness-Sparte. Damit jedoch wird man den umfassenden vedischen Wissenschaften, zu denen auch AYURVEDA zählt, überhaupt nicht gerecht. Wenn man sich dennoch nur einmal darauf beschränken möchte, AYURVEDA als zwar exotische, aber auch hoch wirksame Heilkunde für zahlreiche Krankheiten zu betrachten, die unsere westliche Heilkunde bisher kaum zu bewältigen vermag, so bewegen wir uns mit dieser Betrachtungsweise lediglich auf der materiellen Körperebene …

Im westlichen Verständnis gilt eine Krankheit als geheilt, wenn der physisch-physiologische oder der psychische Zustand vor der Erkrankung wieder hergestellt ist. Das sieht man im AYURVEDA jedoch etwas anders, nämlich weitaus umfassender, und ist an anderer Stelle (unserer Webseiten) bereits tiefgründiger erläutert worden. Und welchen Bezug haben nun diese Betrachtungen mit dem Thema „Shivas Jünger …“ ?

AYURVEDA ist ein Wissenschaftszweig der Veden, die uns u.a. in zahlreichen Sanskrit-Schriften überliefert wurden. Die Überlieferungen selbst entstammen allerdings einer einzigen Quelle, mit denen verschiedene Verfasser lange Zeit in Verbindung standen, nämlich von Gott („Krishna“) selbst. Alleiniges Ziel aller vedischen Überlieferungen ist es, allen kosmischen Lebewesen – und auf der Erde insbesondere die Menschen – immer wieder in Erinnerung zu rufen, wer sie wirklich sind und warum sie sich in ihrer gegenwärtigen Verfassung (Inkarnation und Schicksal) befinden. Darüber hinaus sollen die Überlieferungen dazu beitragen, den Lebewesen zu helfen, ihre ursprüngliche kosmische Stellung wiederzufinden. Eine entsprechende „Entfremdung“ kann sich u.a. auch in einer Erkrankung widerspiegeln, der mit AYURVEDA gut zu begegnen ist …

Die eigentliche Stellung eines jeden Lebewesens besteht darin, Gott („Krishna“) bedingungslos zu dienen. Nur kann unser menschliches Ego eine derartige Forderung kaum akzeptieren, weil ein tiefgründiges Verständnis über Gott („Krishna“) fehlt, sich dieser unseren menschlichen Sinnen nicht so einfach offenbart und weil wir es von Geburt an gewohnt sind, um unser (materielles) Dasein nahezu alleine zu kämpfen. Wenn wir schon um unsere eigene Existenz kämpfen müssen, warum sollten wir dann noch zusätzlich Jemandem dienen, den wir nicht einmal wahrnehmen können, von dem wir nicht einmal wissen, aus welchem Grunde er diese Erwartungen an uns stellt ? Nun – genau das ist in den vedischen Überlieferungen, wie z.B. im „Srimad Bhagavatam“, sehr ausführlich beschrieben. Und – man glaubt es kaum – tatsächlich wächst das Verständnis all dieser Dinge beim Studium dieser Schriften; es fällt zunehmend leichter, sich Gott („Krishna“) hinzugeben und ausschließlich ihm zu dienen.

In diesem Zusammenhang taucht immer wieder die Aussage auf, „man solle (auf Gottes Empfehlung) von der Materie loslassen“ – und gerade hierum treten auch die meisten Missverständnisse auf. Die kürzliche Begegnung mit einem Chlochard holt genau dieses Thema wieder zum Vorschein: Während dessen der Halbgott „Shiva“ und die „Siddhas“ ständig über Gott („Krishna“) meditieren, sich ihm dabei völlig unterwerfen und dabei ihre eigene Verkörperung bis zur Verwahrlosung vernachlässigen, so vernachlässigt hingegen ein Chlochard seine Verkörperung, weil er mit seinem irdischen Schicksal nicht mehr klarkommt. Doch selbst sein möglicher Tod durch Verhungern, Erfrieren, eine Erkrankung oder irgendeine Gewalteinwirkung wird ihn von seinen Leiden nicht befreien, weil er zwar seine biologische Verkörperung verliert, nicht jedoch seine Geistkörper (Äther-, Astral-, Mental-, Kausal- und andere Körper) und schon gar nicht seinen spirituellen Kern (Seele) …

Bei Abgabe oder Verlust seiner biologischen Verkörperung bleibt man immer noch, wer man eigentlich ist – lediglich das bisherige grobstoffliche Kleid bzw. Gefährt wird vorübergehend abgelegt. So wie wir mehrmals auch unsere Wäsche oder unser Auto wechseln, so bleiben wir bei allen äußeren Veränderungen im Inneren doch immer noch die Selben. Während dessen sich Shiva und die Siddhas darüber stets bewusst sind, erscheint es recht fraglich, ob sich ein Chlochard ebenso darüber im Klaren ist – eine gleichartige äußere körperliche Verwahrlosung sagt nämlich über eine innere spirituelle Reife und Gottes-Verbundenheit noch gar nichts aus. Die Ablehnung der eigenen Verkörperung und der uns umgebenden materiellen Erscheinungsformen ist insbesondere dann dümmlich, wenn wir darauf angewiesen sind, wie z.B. auf unsere Ernährung, Bekleidung und Wohnung. Entscheidend ist doch nur, wofür wir uns mit Hilfe der uns z.V. stehenden Materie engagieren – zur Befriedigung der eigenen Sinne oder im Dienste des höchsten Wesens … ?

Letzteres bedarf noch einer Klarstellung: Eine jede unserer eigenen Körperzellen steht im Dienste unseres ganzen Körpers – sie ist Bestandteil eines bestimmten Gewebes, eines Organes und des gesamten Organismus. Sofern die Körperzelle sich harmonisch in den Gesamtorganismus einordnet, steht sie auch in dessen Diensten und wird von ihm mitversorgt. Dieser Mikrokosmos lässt sich auch auf den Makrokosmos übertragen, d.h. jedes Lebewesen sollte im Dienste des höchsten Lebewesens (Gott bzw. „Krishna“) und nicht im rationalen Eigen- oder Fremdinteresse stehen, was in unserer materialistisch orientierten Gesellschaft leider weit verbreitet ist. Eine Absonderung oder Entfremdung im menschlichen Organismus führt zum Krebs, der bei einer ungeeigneten Behandlung seinen eigenen Wirt zu zerstören droht. Daher wird im AYURVEDA bei Krebsbehandlungen das Hauptaugenmerk auch auf die Persönlichkeit des Betroffenen selbst gelegt. Wie genau man sich in diesen höchsten Dienst stellen kann, verrät uns unsere Intuition oder – wenn uns der Verstand dabei helfen soll – das Studium vedischer Überlieferungen. Eine körperliche Verwahrlosung jedenfalls zeugt eher von einem fehlenden Verständnis dieser Zusammenhänge („Unbewusstheit“ bzw. „Tamas“) als von Weisheit und einer spirituellen Fortgeschrittenheit („Tugend“ bzw. „Sattva“) …

Chlochards oder Shivas Jünger ? (29.04.2015)

Im 4. Canto des „Srimad Bhagavatam“ wird von der Verfluchung des Halbgottes „Shiva“ durch seinen Schwiegervater „Daksa“ berichtet, in dessen Folge sich Shivas Frau „Sati“ das Leben nahm und Daksa von Shivas Begleitern und Jüngern im Zorn getötet wurde. Da ich gerade diesen Teil der vedischen Überlieferungen studiere und gestern Abend ein zum Thema nahezu passendes „Erlebnis der dritten Art“ erfuhr, frage ich jetzt, was das mit mir selbst und meinem Leben zu tun haben könnte …

Mit den vedischen Überlieferungen, wie z.B. der „Bhagavad Gita“ und dem „Srimad Bhagavatam“ befasse ich mich nun schon seit gut 10 Jahren, und mit den letztgenannten Schriften seit etwa Mai 2014. Obgleich ich schon weitaus längere Zeit den Eindruck habe, dass unsere menschliche Gesellschaft im zunehmenden Tempo verfällt, sich das auf unsere Wirtschaft und entsprechend auch mein berufliches sowie persönliches Leben nachteilig auswirkt, bin ich zum Jahresende immer wieder verwundert, wie ich die vergangenen Zeiten doch noch recht gut „überlebt“ habe. Aber immer wieder im April/Mai eines laufenden Jahres gab es drastische Einbrüche, die sich in nicht beeinflussbaren Auftragsrückgängen, in Langeweile und sogar Depressionen widerspiegelten. Seit dem ich im Mai 2014 mit dem Studium des „Srimad Bhagavatam“ begann, kamen mir diese Erscheinungen noch eklatanter vor, als wenn ich mich mit Kräften angelegt hätte, die mich vor die Entscheidung stellten „Entweder, Du gehst Deinen spirituellen Weg weiter und wir werden Dir das Leben schwer machen, oder Du ordnest Dich wieder in unsere materialistische Spur ein und wirst hinreichend mit Aufträgen und Geld versorgt !“ …

Gab es nicht in der biblischen Geschichte schon einmal eine ähnliche Situation, als Jesus vom Teufel das Angebot bekam, unbeschadet durch die Wüste getragen zu werden ? Ich bin nur nicht bibelfest genug, um diese Geschichte genauer zu kennen. Um auf meine obige Einführung wieder zurückzukommen: Das erste verkörperte Lebewesen unseres Universums überhaupt ist der Halbgott „Brahma“, und dieser zeugte zunächst 4 Söhne (die „Kumaras“), die wiederum für die Zeugung der kosmischen Bevölkerung zuständig sein sollten. Das lehnten diese jedoch ab, um sich ausschließlich spirituell zu betätigen, was Brahma sehr erzürnte, so dass dabei sein 5. Sohn „Rudra“ bzw. „Shiva“ gezeugt wurde. Neben Brahma und Shiva gibt es noch den dritten Halbgott „Vishnu“, der jedoch auf einer höheren Ebene steht, weil er eigentlich Gott selbst („Krishna“) in der Verkörperung als Vishnu und der ursprüngliche Schöpfer allen kosmischen Daseins ist …

ShivaAlle drei Halbgötter Vishnu, Brahma und Shiva zeichnen nun für die sogenannten drei „Erscheinungsweisen der materiellen Natur“ zuständig, die wir im Ayurveda als die „Gunas“ oder Erkenntnisstufen „Bewusstheit bzw. Tugend“ („Sattva“), „Leidenschaft („Rajas“) und „Unbewusstheit“ („Tamas“) kennen. Der Halbgott Shiva wird mit letzterer in Verbindung gebracht, ist selber jedoch das wohl „spirituellste“ kosmische Lebewesen überhaupt, weil es Krishna (Gott) am nächsten steht. Das alles scheint in sich ein Widerspruch zu sein, den auch sein Schwiegervater Daksa nicht durchschaute, zumal Shiva sehr verwahrlost durch das Universum zieht, jeglichen Wohlstand ablehnt, um stets und ausschließlich auf spirituellem (transzendentalen) Wege Krishna nahe zu sein. Shivas Ehefrau Sati hingegen ist als Daksas Tochter in großem Wohlstand aufgewachsen und Daksa selber ein außerordentlich reicher und einflussreicher König und zugleich Brahmane, der im großen Kreise spirituelle Zeremonien zur Verehrung Vishnus (bzw. von Krishna oder Gott) durchführt …

Siddha HarigiribabaZu solchen Zeremonien werden eigentlich ausnahmslos alle Halbgötter, Weise, spirituelle Lehrer usw. eingeladen – der spirituell fortgeschrittendste Shiva hingegen ist ob seiner äußerlichen Verwahrlosung vor der gesamten Gesellschaft und vor seiner Frau Sati (Daksas Tochter) verunglimpft, verflucht und letztlich ausgeschlossen worden. Shiva trug das mit Fassung, weil er sich von Äußerlichkeiten nicht beeindrucken ließ und immer sofort den spirituellen Kern eines jeden Lebewesens (Seele) erkennt, was Daksa als Brahmane eigentlich auch hätte erkennen müssen, jedoch in Verblendung durch seinen materiellen Reichtum und seiner Macht völlig übersah. Shivas Begleiter und Jünger waren über diese Respektlosigkeit derart erbost, dass sie Daksa und seinem Umfeld einen fürchterlichen Garaus machten …

Shivas Begleiter und Jünger sind nicht nur Siddhas, sondern auch spirituell verwirrte oder gefallene Lebewesen (Seelen), für die er ob seiner Großherzigkeit immer da ist. Aus Äußerlichkeiten macht er sich selber gar nichts – er ist auch nur in Asche gekleidet, leicht erregbar, aber auch wieder leicht zu besänftigen. Wenn man einmal von seiner Verwahrlosung absieht, also einer „ganz normaler und feiner Kerl“ mit einer hohen spirituellen Intelligenz. Man könnte fast meinen, er hätte eine gewisse Ähnlichkeit mit gewissen „Biertischstrategen“ (Trinkern) oder sogar Obdachlosen (Clochards). Und nun hatte ich selber einen völlig unerwarteten Kontakt mit einem solchen Menschen („Erlebnis der dritten Art“) und frage mich jetzt, was mir diese Situation eventuell sagen soll …

Dazu muss ich noch einmal etwas in die Vergangenheit gehen: Seit Dezember letzten Jahres stellten meine Nachbarn und ich in einigen Etagenbereichen unseres Wohnhauses einen außerordentlich üblen Geruch fest, der hauptsächlich kaltem Zigarettenrauch ähnelte. Wir hatten im Hause zu dieser Zeit Neuzuzüge, aber diese rauchten nicht, so dass wir zunächst irgendwelche Besucher vermuteten, jedoch auch hier fehl gingen. Der Hausmeister ließ dann den Aufzugsschacht, anliegende technische Räume und anderes mehr überprüfen – auch ohne Erfolg – der Geruch war frühmorgens und spätabends besonders stark auszumachen, im Tagesverlauf jedoch weniger. Bald kam bei mir die Vermutung auf, dass sich Verstorbene als „erdgebundene Wesen“ (Geister), die einmal starke Raucher waren, im Hause herumtrieben. Ein Freund überprüfte das, konnte diese Vermutung aber entkräften. Was war es also dann … ?

Am Freitag Morgen in der letzten Woche nahmen wir den o.g. üblen Geruch direkt vor unserer Wohnungstür wahr und entdeckten auf dem Podest eine halbe Treppe aufwärts eine abgetrocknete Flüssigkeitslache und Zigarillo-Reste. Von hier aus geht’s nur noch zum Maschinenraum des Lifts, aber der Zugang ist über eine Stahltür versperrt. Die Verunreinigungen, die wir zunächst auf Monteure schoben, haben wir entfernt und der Geruch ließ so langsam nach. Gestern Abend jedoch stank es wieder derart übel und wir entdeckten eine Person, die sich vor der Stahltür zusammengekauert versteckte, eine Zigarillo rauchte und auf dem Fensterbrett eine Bierbüchse abgestellt hatte – einen verwahrlosten „Clochard“ im Alter von etwa 40-50 Jahren. Wir haben ihn sofort aus dem Hause verwiesen und unserer Aufforderung kam er auch gleich nach …

Soweit zu dieser Geschichte, die uns jetzt doch nicht mehr so ganz loslässt. Wir fragen uns nun: „Waren wir zu engherzig, diesen verwahrlosten Chlochard aus unserem Hause zu vertreiben ?“ oder „Haben wir die wahre Seele hinter dieser verwahrlosten Verkörperung nicht erkannt, so wie einst Daksa ?“ und „Warum passiert uns all das gerade zu dieser Zeit an diesem Ort ?“ …

ClochardEs ist aber auch so, dass jedes individuelle Lebewesen seinen ganz eigenen Weg geht und mit seinem Denken sowie Handeln sein weiteres Schicksal mitbestimmt. Das Denken und Handeln wird davon geleitet, in wieweit das Lebewesen seine Stellung im universellen Dasein verstanden, verinnerlicht und auch eingenommen hat. Gleiche Äußerlichkeiten sagen über den wahren Inhalt kaum etwas aus, und das Verhalten dieses Chlochards zeugte nicht gerade von einem solchen spirituellen Weg, wie ihn Shiva und die Siddhas beschreiten. Zudem bietet unsere Gesellschaft – gerade hier in Deutschland und bei allen auch unleugbaren Mängeln – immer noch ein soziales Netz, nicht hungernd unter einer Brücke schlafen zu müssen. Man sollte in einer derartigen sozialen Notsituation nur aufrichtig sich selbst und den Menschen oder Institutionen gegenüber sein, die eine geeignete Hilfe anbieten.

Dann steht noch die Frage, warum uns solche Situationen gerade jetzt und hier begegnen ? Gott (Krishna) weilt als Paramatma (Überseele) in jedem Lebewesen und wirkt dort transzendental. Das trifft sowohl für Gottgeweihte als auch für atheistische Menschen, für Halbgötter und auch für Dämonen zu. Unsere Stadt, in der ich wohne, hat schon seit längerem wirtschaftliche Probleme – es scheint etwa so, als wenn ständig jemand auf der Bremse steht. Man fühlt überall unangenehme Energien, zuweilen auch gezielte Angriffe von gewissen unsichtbaren Kräften. Suchen sie in unserer Nähe das Licht, das wir eventuell mehr aufweisen als sie, oder wollen sie uns ganz gezielt von unserem weiteren spirituellen Weg abhalten ? All diese Fragen sind es zumindest Wert, noch einmal gestellt zu werden und sich selber zu positionieren. Gottes (Krishnas) Spiele („Lila“) sind manchmal so unergründlich, dass man sie nicht durchschauen und sich ihnen nur noch hingeben kann … atma namasté

Rag’s – Heilsame vedische Klänge (28.03.2015)

Kürzlich entdeckten wir beim Stöbern im Internet Musiktöne, die für unsere Ohren etwas befremdlich und dann doch wieder sehr gewohnt klingen – es waren Rag’s, sehr beruhigend, und – wie wir bald herausfanden – auch sehr heilsam. Als “Raga” oder “Rag” werden Klangfolgen bezeichnet, die unseren jeweiligen Seins- oder Seelenzustand widerspiegeln, wenn wir uns in Harmonie mit unserer Umwelt befinden …

Diese “Musik” unterliegt nicht solchen Regeln, wie wir sie hier im Westen gewohnt sind oder musik-theoretisch sogar kennen – sie sprudelt eher intuitiv aus uns heraus, wenn wir uns unserer gegenwärtigen Verfassung hingeben und diese über den Gesang und passende Musikinstrumenten ausdrücken möchten. Es ist aber auch möglich, uns wieder über geeignete Rag’s in eine natürliche Harmonie mit unserer Umwelt hineinziehen zu lassen, wenn wir uns durch widrige Lebensumstände davon weit entfernt haben – dann werden Rag’s zu heilsamen Klängen:

Wer tiefgründiger in dieses Thema einsteigen möchte, dem sei an dieser Stelle das Buch „Die heilenden Klänge des Ayurveda“ von Dr.-med. Ernst G.Schrott empfohlen – erhältlich in jedem gut sortierten Buchhandel …